Zurück zur StartseiteNewsWer wir sindDer mediafon-RatgeberTermine & SeminareHonorare, Empfehlungen, Verträge und TarifeVolltext-SucheInterner Bereich


  Übersicht  

  Allgemein  
  Recht  
  Versicherungen  
  Steuern  
  Archiv  
            
  Newsletter  


Unsere Fundgrube
zu wissenswerten, aber nicht mehr brandaktuellen Meldungen.

Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Allgemeine News (Archiv)

Zurück zur Übersicht

Umfrage
Deutsche bleiben auf Distanz zur Selbstständigkeit 

61 Prozent der Deutschen haben eine "positive Einstellung" zur Selbstständigkeit. Das ergab eine Studie im Auftrag des Direktvertriebsunternehmens Amway. Mit diesem Anteil hat Deutschland jedoch den schlechtesten Wert unter zwölf europäischen Ländern, in denen die Befragung durchgeführt wurde. Spitzenreiter im Länderranking ist Dänemark mit 88 Prozent, gefolgt von Großbritannien (82%) und Frankreich (76%).


Es ist eine gewaltige Studie, die die Amway GmbH da bereits zum vierten Mal seit 2008 vorgelegt hat: Für den Amway European Entrepreneurship Report befragte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK, Nürnberg) 13.606 Menschen in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Polen, Russland, Schweiz, Spanien, der Türkei und der Ukraine. Die Ergebnisse sind nach Angaben der GfK repräsentativ für die Wohnbevölkerung des jeweiligen Landes.

Im Ergebnis ist kaum verwunderlich, dass die Menschen europaweit eine "positive Einstellung" zur Selbstständigkeit haben: 72 Prozent bejahen das, Deutschland liegt dabei mit 61 Prozent am Ende der Rangliste. Auch bei der Frage, ob sie sich vorstellen können, sich selbst selbstständig zu machen, liegen die befragten Deutschen mit 27 Prozent "Ja" deutlich hinter dem europäischen Durchschnitt von 39 Prozent.

Interessanter sind die Unterschiede bei der Frage nach den Motiven, aus den man sich vorstellen kann, sich selbstständig zu machen: Eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf" nennen in Österreich 36%, in Deutschland 25%, in Russland aber nur 13% als Motiv. "Zusätzliche Verdienstmöglichkeiten" locken 39% der Polen, 32% der Deutschen, aber nur 14% der Briten. Bei der "Selbstverwirklichung" als Motiv ist Dänemerk mit 72% ganz vorn (Deutschland 45%), während das Thema in Russland (18%) kaum eine Rolle spielt. "Sein eigener Chef sein" ist ebenfalls in Dänemark (67%) besonders wichtig (Deutschland 55%), dafür in der Ukraine mit 18% eher nebensächlich. Als "Alternative zur Arbeitslosigkeit" ist die Selbstständigkeit in Dänemark für 35% attraktiv, in Deutschland für 19% und in der Ukraine lediglich für acht Prozent.

Dass "Bildungs- und Weiterbildungsangebote für eine selbstständige Tätigkeit wichtig" sind, bejahte in der Türkei lediglich ein Prozent der Befragten (Schweiz 59%, Deutschland 46%), und folglich schlossen sich dort auch glatte null Prozent der Forderung an, dass es "mehr staatliche Bildungsangebote für Unternehmensgründer" geben sollte (Spanien 46%, Deutschland 24%). Die Türken sind da offenbar selbstbewusster – dort hatten auch nur vier Prozent "Angst davor, ein Unternehmen zu gründen, weil mir die notwendigen wirtschaftlichen Kenntnisse fehlen"; den höchsten Wert mit jeweils 29% erreichten hier Deutschland und Russland. Die "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" war in Spanien und Dänemark jeweils für 65% als Anreiz "besonders wichtig", in Deutschland für 43, in der Türkei war es auch hier lediglich ein einziges Prozent, während von den Befragten in der Türkei 53% die Vereinbarkeit "weniger" und 31% "überhaupt nicht wichtig" fanden.

In Auftrag gegeben und veröffentlich wurde die Studie von der deutschen Amway GmbH (Amway steht für "American Way Association"). Amway vertreibt nach eigenen Angaben vor allem Kosmetik-, Haushalts- und Wellnessprodukte über weltweit mehr als drei Millionen "selbstständige Vertriebspartner" ausschließlich im Direktvertrieb, also ohne Läden z.B. unter Nachbarn und Bekannten. Dieses Vertriebssystem von Amway ist seit Jahrzehnten dem Vorwurf ausgesetzt, ein illegales Schneeball- oder Pyramidensystem zu sein. In den USA wurde Amway nach Angaben von Wikipedia im Jahre 1979 die Auflage gemacht, in seiner Werbung den Aussagen über mögliche Verkaufszahlen und Profite von Amway-Händlern jeweils auch die tatsächlichen Durchschnittszahlen gegenüberzustellen. Laut Wikipedia betrug damals der durchschnittliche Gewinn eines Amway-Händlers nach Feststellung der US-amerikanischen Federal Trade Commission weniger als 100 US-Dollar im Monat; mehr als die Hälfte der Händler erzielte überhaupt keinen Gewinn.

(16.11.2011)

Verweise zu diesem Artikel:
Amway-Seite mit Link zum Herunterladen der Studie

Auf Sozialen Netzwerken posten:
Zum Seitenanfang

Meldung versenden   |    Druckversion dieser Seite   |   Impressum