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Steuer-News (Archiv)

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Einkommensteuer
Betriebsausgabenabzug für Fahrten zur Arbeit sinkt 

Wer den Weg von der Wohnung zur Arbeitsstätte nicht immer mit demselben Verkehrsmittel zurücklegt, darf künftig bei der Einkommensteuer nur noch weniger Kosten für diesen Weg ansetzen: Die bisher mögliche tagesgenaue Abrechnung ist ab 2012 nicht mehr erlaubt. So steht es im "Steuervereinfachungsgesetz 2011".


Für den Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte darf man in der Steuererklärung grundsätzlich die "Entfernungspauschale" von 30 Cent pro Entfernungskilometer als Betriebsausgaben ansetzen – egal, ob man zu Fuß geht, mit dem Fahrrad, dem Auto oder mit der Bahn fährt. Nur wenn die Bus- oder Bahnfahrscheine teurer sind als die Entfernungspauschale, darf man deren echten Preis ansetzen.

So weit, so einfach. Wer normalerweise mit dem Rad zur Arbeit fährt, bei Regen aber den Bus nimmt, durfte dieses Vergleichsspielchen bisher für jeden Tag neu machen: Betrug die Entfernung z.B. fünf Kilometer und kostete der Bus pro Fahrt 1,80 €, so konnte man für jeden Tag, an dem man das Fahrrad nahm, 5 x 0,30 = 1,50 € ansetzen, und für jeden Regentag mit Busfahrten 2 x 1,80 = 3,60 €. Das war ein vernünftiges und eigentlich recht einfaches Verfahren – nur den Finanzämtern war die Überprüfung zu aufwändig. Deshalb ist ab 2012 eine jahresbezogene Abrechnung vorgeschrieben. Da rechnet man im vorliegenden Beispiel die Entfernungspauschale für das ganze Jahr aus (z.B. 220 Arbeitstage x 5 km x 0,30 € = 330 €), und die setzt man dann als Kosten für den Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte an – es sei denn, man hat in diesem Jahr Busfahrscheine für mehr als 330 € gesammelt. Dann darf man den höheren, tatsächlich ausgegebenen Betrag ansetzen.

Unter dem Strich kommt dabei heraus, dass man in all den Fällen, in denen – wie üblich – der echte Fahrpreis höher ist als die Entfernungspauschale, immer deutlich weniger Kosten abziehen kann und damit mehr Steuern zahlen muss: Wer jeweils an 110 Tagen mit dem Rad fuhr und an 110 Tagen den Bus nahm, kam beim alten Verfahren auf Fahrtkosten von 561 € – nach der neuen Regel darf er nur noch 396 € ansetzen!

Das Ganze nennt sich jedoch Steuervereinfachung und steht im "Steuervereinfachungsgesetz 2011", das zum 1.1.2012 in Kraft tritt und mit dem der § 9 Abs. 2 EStG neu gefasst wird.

(03.12.2011)

Verweise zu diesem Artikel:
Das Steuervereinfachungsgesetz 2011 im Bundesgesetzblatt
Der mediafon-Ratgeber zu den Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte

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