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Allgemeine News (Archiv)

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Vergütungen
Hamburger VHS-Honorarkräfte schlagen Krach 

Mit einer Postkartenaktion wollen die Kursleiterinnen und Kursleiter der Volkshochschule Hamburg durchsetzen, dass ihre Honorare nach 17 Jahren endlich wieder einmal erhöht werden. Und zwar so deutlich, dass sie von den Honoraren eine vernünftige soziale Absicherung finanzieren können. Unterstützung ist willkommen!


Bis vor 17 Jahren war die Welt wenigstens noch halbwegs in Ordnung. Da waren die Honorare für Kursleiter an der Volkshochschule Hamburg zwar auch schon mager, wurden aber immerhin regelmäßig entsprechend den Tariferhöhungen des Bundes-Angestelltentarifvertrags (BAT) angehoben – im Jahr 1994 auf 48,36 DM pro Unterrichtsstunde. Aber dann war Schluss: Die Honorare wurden vom BAT "entkoppelt" und irgendwann auf Euro (24,73) umgerechnet, aber nie wieder erhöht. Während die Löhne und Gehälter im öffentlichen Dienst seither um rund 25 Prozent stiegen (was immerhin die getiegenen Lebenshaltungskosten ausglich – aber auch nicht mehr), hängen die VHS-Honorare seit 1994 bei 24,73 € fest.

Dabei würde sogar VHS-Geschäftsführerin Hannelore Bastian die Honorare gern erhöhen, aber der entsprechende Vorschlag wurde bei den Haushaltsberatungen der Stadt für 2011/2012 wieder einmal abgelehnt – mit dem zynischen Hinweis, in den Volkshochschulen im Umland seien die Honorare ja noch niedriger. Das stimmt – aber auch in Hamburg kommen viele Kursleiterinnen trotz hauptberuflicher Lehrtätigkeit nur über die Runden, wenn sie ihr Honorar mit Hartz IV aufstocken. Denn dieser Stundensatz entspricht – umgerechnet auf die Bedingungen des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD), der inzwischen den BAT ersetzt hat – einem Monatsgehalt von etwa 1.250 € bei Vollzeitarbeit. Aber für eine Vollzeitarbeit bekommen die meisten gar nicht genug Stunden, und zudem liegt das niedrigste Monatsgehalt, das der TVöD im gesamten öffentlichen Dienst kennt, bereits bei 1.444 €.

Jetzt reicht es, sagte sich die Kursleitervertretung der VHS im Herbst und ließ drei verschiedene Postkarten drucken, auf denen ein Spanisch-Kursleiter mal an Krücken, mal am Tropf, mal schniefend und in eine Decke gehüllt, aber immer krank vor seinem Kurs steht: "Gut, dass Kursleiter nie krank werden – sie bekommen nämlich keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall" steht darauf, und die Adresse von Bildungssenator Ties Rabe (SPD), an den die Karten mit der Forderung nach einer deutlichen Honorarerhöhung geschickt werden sollen. Das tun so viele, dass die ersten 3.000 Postkarten schon vor Weihnachten verbraucht waren und eine neue Auflage gedruckt werden musste. In einem VHS-Kurs setzten sich die Teilnehmerinnen, die selbst schon erlebt hatten, wie sich ihre Kursleiterin krank in die VHS geschleppt hatte, sogar zusammen und formulierten einen eigenen Protestbrief an Rabe.

Wer die Hamburger Lehrkräfte unterstützen möchte, kann ebenfalls gern einen eigenen Brief formulieren an

Senator Ties Rabe
Behörde für Schule und Berufsbildung
Hamburger Straße 31
22083 Hamburg

(23.12.2011)

Verweise zu diesem Artikel:
Ausführlicher Artikel aus der taz vom 11.12.2011
Weitere Informationen und Postkarten gibt es überdie Mail-Adresse vhs-kursleitende@gmx.de
Artikel mit Links zu den übrigen Postkarten beim Netzwerk Weiterbildung
Offener Brief zum Honorardumping in Integrationskursen

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