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Steuer-News (Archiv)

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Betriebsprüfungen
Sei nett zu deinem Betriebsprüfer – es lohnt sich! 

Betriebsprüfungen, die in einem "freundlichen" oder "sachlich/neutralen" Klima ablaufen, führen im Durchschnitt zu deutlich geringeren Steuernachforderungen als solche, bei denen ein "angespanntes" oder gar "feindliches" Klima herrscht. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte unter 733 großen Unternehmen durchgeführt hat.


Für kleine Selbstständige sind "steuerliche Außenprüfungen", wie die Betriebsprüfungen des Finanzamtes offiziell heißen, eher eine Seltenheit: Bei den "Kleinstbetrieben" mit 34.000 oder weniger Euro Jahresumsatz fand im Jahre 2009 lediglich in einem von 92 Unternehmen eine Betriebsprüfung statt. Was bedeutet, dass die meisten in ihrem gesamten Berufsleben ohne jede Betriebsprüfung auskommen.

Verständlich also, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche GmbH in ihrer Umfrage fast nur Betriebe mit mehr als 10 Millionen Euro Umsatz befragt hat. Die Ergebnisse zeigen aber eine Systematik, die sich durchaus auf kleinere Unternehmen übertragen lässt.

Erstes interessantes Ergebnis: Dort, wo die Betriebsprüfung in einem angespannten oder feindlichen Klima ablief, kam es wesentlich häufiger zu "relevanten" oder "sehr starken" Mehrbelastungen in Form von Steuernachforderungen. Solche Erlebnisse sind jedoch die Ausnahme: Die Mehrzahl der Prüfungen lief in einem "freundlichen" (45%) oder "sachlich/neutralen" (43%) Klima ab.

Auch der personelle Aufwand, den ein Unternehmen bei der Steuer betreibt, wirkt sich auf das Ergebnis der Betriebsprüfung aus: Für Unternehmen, die eine Steuerabteilung mit mehr als zehn Leuten hatten, führten die Betriebsprüfungen in 62% der Fälle zu einer "relevanten" Mehrbelastung, d.h. zu einer Nachforderungen von 20 – 50%. Waren in der Steuerabteilung dagegen nur bis zu drei Leute beschäftigt, gab es so hohe Nachforderungen nur in 20% der Fälle – bei 47% gab es nicht mal eine "wesentliche Mehrbelastung", d.h. die Nachforderung lag unter fünf Prozent.

Das gleiche Bild ergibt sich bei einer Auswertung nach Betriebsgrößen: Die größten Unternehmen sind regelmäßig mit den höchsten Nachforderungen konfrontiert; bei den "kleineren" (mit immer noch mehr als 10 Millonen Umsatz) lagen die Nachforderungen in 55% de Fälle unter fünf Prozent. Woraus man schließen kann, dass es tatsächlich vernünftig ist, die größten Betriebe regelmäßig zu kontrollieren, da sie ihre Steuerlast in der eigenen Steuererklärung offenbar am konsequentesten drücken.

Über die absolute Höhe der Steuernachforderungen macht die Deloitte-Studie leider keine Aussagen. Die Bundesregierung hatte zuletzt angegeben, dass Betriebsprüfungen in Kleinstbetrieben im Jahre 2009 im Durchschnitt zu einer Steuernachforderung von 15.400 € (für den geprüften Zeitraum von normalerweise drei Jahren) führten. Trotzdem sollte, wer den gefürchteten Anruf vom Finanzamt erhält, nach dieser Studie vor allem zwei Ratschläge beherzigen: Cool bleiben. Und: Sei nett zum Betriebsprüfer!

(07.02.2012)

Verweise zu diesem Artikel:
Der mediafon-Ratgeber zu Betriebsprüfungen
Die Deloitte-Studie "Betriebsprüfung – Belstungstest" zum Download

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