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Versicherungs-News (Archiv)

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Krankenversicherung
Mindestbeitrag ist für Selbstständige nicht bezahlbar 

638.000 Versicherte standen im August 2011 mit Beitragsrückständen von 1,2 Milliarden Euro bei den gesetzlichen Krankenkassen in der Kreide. 530.000 davon waren "Selbstständige und Freiberufler". Das geht aus Zahlen des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen hervor, die dpa am 2. Februar veröffentlichte. Ver.di erneuerte deshalb die Forderung, den unrealistisch hohen Mindestbeitrag für freiwillig Versicherte abzuschaffen.


Gut 330 Euro im Monat zahlt als Minimum, wer als hauptberuflich Selbstständiger nicht das Glück hat, über die Künstlersozialkasse versichert zu werden, und sich deshalb freiwillig in einer gesetzlichen Kranken- und Pflegekasse versichert. Genauer: So viel verlangen die gesetzlichen Kassen mindestens von ihm, egal wie wenig er verdient.

Aufbringen können diesen Beitrag aber offenbar immer weniger Selbstständige: 530.000 von ihnen schuldeten zum Ende des letzten Jahres ihren gesetzlichen Kassen Beiträge in Höhe von insgesamt 1,2 Milliarden Euro – das waren pro Kopf knapp 2.400 € oder sieben Monatsbeiträge.

Wer Beitragsrückstände hat, dem kann die Krankenkasse zwar nicht mehr kündigen – sie gewährt ihm aber nur noch einen notdürftigen Versicherungsschutz: Im wesentlichen übernimmt die Kasse dann nur noch die Kosten von Notfallbehandlungen und Schwangerschaften. Da hilft dann auch kein guter Wille: Den vollständigen Versicherungsschutz bekommt erst wieder, wer seine Beitragsrückstände komplett ausgeglichen hat.

Während die privaten Krankenversicherungen, die über ähnlich große Außenstände klagen, die Einführung eines "Nichtzahler-Tarifs" erwägen, der eventuell nur 100 € kosten, aber auch nicht mehr als genau diese Notfall- und Schwangerschaftsversorgung abdecken soll, rief der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach die Kassen auf, ihre "Sanktionsmöglichkeiten" auszuschöpfen. Die seien durchaus ausreichend, viele Kassen würden sie aber nicht anwenden, da sie Angst hätten, dadurch die Versicherten zu verlieren.

Die Überlegungen der ver.di-Selbstständigen gehen dagegen in eine ganz andere Richtung, nämlich die Krankenversicherung auch für freiwillig Versicherte sozial zu gestalten. Ihre Forderungen:
  • Die Krankenversicherungsbeiträge von Selbstständigen sollen – genauso wie bei Arbeitnehmerinnen – an ihrem tatsächlichen Einkommen bemessen werden, und nicht mehr, wie heute, an einem unrealistisch hohen fiktiven Mindesteinkommen.
  • Auftraggeber, die selbst Unternehmer sind, sollen einen Teil der Versicherungsbeiträge ihrer selbstständigen Auftragnehmer übernehmen.
  • Langfristig brauchen wir eine Bürgerversicherung, die sämtliche Einkommensarten und alle denkbaren Erwerbsbiographien einschließt.


(07.02.2012)

Verweise zu diesem Artikel:
Der dpa-Artikel zu Beitragsrückständen
Der mediafon-Ratgeber zur freiwilligen Krankenversicherung für Selbstständige
Die Forderungen der ver.di-Selbstständigen zur Krankenversicherung

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