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Allgemeine News (Archiv)

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Krankenkassen
Erst mal nur ein Almosen für Hebammen 

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen den Betrag, um den die Haftpflichtversicherung für Hebammen zum 1. Juli erhöht worden ist. Dazu würden die Vergütungen für Geburtshilfe rückwirkend ab 1. Juli entsprechend erhöht, teilte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung am 10. Juli mit. Für die Hebammenverbände ist dies jedoch lediglich eine
"Vorab-Teil-Einigung", die "an der seit Jahren völlig unbefriedigenden Vergütungssituation der Hebammen nichts ändert".


Von Freude war wenig zu spüren in der Erklärung, mit der der Deutsche Hebammenverband (DHV), der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD) und das Netzwerk der Geburtshäuser am 9. Juli mitteilten, die gesetzlichen Krankenkassen würden die Mehrkosten übernehmen, die freiberuflichen Hebammen durch die Erhöhung ihrer Haftpflichtprämien um rund 15 Prozent entstehen. Kein Wunder, denn die Krankenkassen übernehmen nur exakt jene 15 Prozent, um die die Berufshaftpflichtprämien zum 1. Juli erhöht worden sind. Dass die Prämien in den zehn Jahren davor bereits fast verzehnfacht worden waren, bleibt ebenso unberücksichtigt wie die Tatsache, dass die Hebammen seit dem Jahre 2007, als die letzte Gebührenordnung außer Kraft gesetzt und durch einen zwischen Kassen und Verbänden auszuhandelnden Vertrag ersetzt wurde, "ein Minus von zwölf Prozent vor sich her schieben", wie Edith Wolber, Pressesprecherin des Deutschen Hebammen-Verbandes (DHV), gegenüber mediafon sagt. Damals hatte man den Verbänden eine Honorarerhöhung um 18 Prozent zugesagt, von denen jedoch nur 6,5 Prozent verwirklicht wurden. Die übrigen zwölf Prozent scheiterten am Widerstand der Bundesländer und wurden auch seither nicht nachgeholt. Die zehn Prozent Honorarerhöhung, die der GKV-Spitzenverband zusätzlich zum Haftpflichtprämien-Ausgleich angeboten hatten, reichen da auf keinen Fall aus, sagt der DHV und hat angekündigt, wegen einer allgemeinen Vergütungsanhebung jetzt die Schiedsstelle anzurufen – unabhängig von der hier genannten Einigung.

So ganz scheint der Provokationskurs des GKV-Spitzenverbandes da nicht aufzugehen, der kürzlich gegen den Willen und ohne vorherige Information der drei oben genannten Verbände, die die Verhandlungen bis dahin geführt hatten, eine neue Initiative namens Deutscher Fachverband für Hausgeburtshilfe (DFH) zu den Verhandlungen eingeladen und ihr auch interne Unterlagen zur Verfügung gestellt hatte. Wegen dieses Affronts – der DFH ist unter Hebammen kaum bekannt, hat sich berufspolitisch bisher vor allem durch Kritik an den anderen Verbänden hervorgetan und hat nach deren Angaben nur eine "zweistellige Mitgliederzahl" – hatten die drei Hebammenverbände die Verhandlungen platzen lassen, was der Spitzenverband mit einer hämischen Erklärung zu den "zerstrittenen" Verbänden kommentierte, die nicht in der Lage seien, dem "großzügigen" Angebot der Krankenkassen zuzustimmen.

Die Forderung des Wirtschafts- und des Gesundheitsministers sowie der Kanzlerin, den Hebammen kostendeckende Honorare zu sichern, muss nun wohl die Schiedsstelle umsetzen.

(10.07.2012)

Verweise zu diesem Artikel:
Erklärung des GKV-Spitzenverbandes vom 6. Juli
Antwort der drei Hebammenverbände auf diese Provokation
Erklärung der drei Hebammenverbände vom 9. Juli
Erklärung des GKV-Spitzenverbandes vom 10. Juli

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