Zurück zur StartseiteNewsWer wir sindDer mediafon-RatgeberTermine & SeminareHonorare, Empfehlungen, Verträge und TarifeVolltext-SucheInterner Bereich


  Übersicht  

  Allgemein  
  Recht  
  Versicherungen  
  Steuern  
  Archiv  
            
  Newsletter  


Unsere Fundgrube
zu wissenswerten, aber nicht mehr brandaktuellen Meldungen.

Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Steuer-News (Archiv)

Zurück zur Übersicht

Elterngeld
Eltern müssen Steuerklassen früher wechseln 

Paare, die vorhaben, ein Kind zu bekommen, müssen künftig früher als bisher ihre Steuerklassen wechseln, um sich ein höheres Elterngeld zu sichern. Das ist die für Selbstständige wichtigste Neuerung, die sich aus dem "Gesetz zur Vereinfachung des Elterngeldvollzugs" ergibt, das im Juni vom Bundestag verabschiedet wurde und das Elterngeld für Kinder regelt, die ab dem 1. Januar 2013 geboren werden.


Da sich das Elterngeld nach dem Nettoeinkommen vor der Geburt berechnet, hat mediafon stets empfohlen, dass auch Paare, bei denen zumindest der Elternteil, der das Elterngeld beziehen will, abhängig beschäftigt ist, rechtzeitig vor der Geburt ihre Steuerklassen umschreiben lassen: Statt der Steuerklasse IV für beide sollte sich dieser Elternteil die Steuerklasse III eintragen lassen (der andere bekommt dann die V), damit die künftige Elterngeld-Bezieherin ein möglichst hohes Nettoeinkommen – und damit ein möglichst hohes Elterngeld – erreicht.

Das gilt im Prinzip nach wie vor. Allerdings hat das neue Gesetz eine für die Berechnung maßgebliche Regel geändert: Richtete sich das Elterngeld bisher nach dem tatsächlichen durchschnittlichen Nettoeinkommen in den zwölf Monaten (bzw. bei Selbstständigen im Kalenderjahr) vor der Geburt, so werden für die Berechnung des Nettoeinkommens künftig fiktive Steuer- und Sozialversicherungsabzüge vom Bruttolohn bzw. vom Gewinn vorgenommen. Und diese berechnen sich nach den Steuermerkmalen, die "in der überwiegenden Anzahl der Bemessungsmonate gegolten" haben. Für Arbeitnehmerinnen, deren Elterngeld sich nach den zwölf Monaten vor der Geburt bemisst, bedeutet dass, dass sie so früh wechseln müssen, dass spätestens die Lohn- bzw. Gehaltsabrechnung für den siebten Monat vor der Geburt nach der neuen Steuerklasse III vorgenommen wird.

Will der selbstständige Elternteil des Elterngeld beziehen, so erübrigt sich ein Wechsel, da der fiktive Steuerabzug bei allen, deren Einkünfte überwiegend aus selbstständiger Tätigkeit stammen, nach dem neuen Gesetz immer nach der (ungünstigeren) Steuerklasse IV berechnet wird. Die im betreffenden Zeitraum tatsächlich angefallenen bzw. vorauszuzahlenden Steuern spielen dann keine Rolle mehr.

Abgesehen von dieser Änderung ist das neue Gesetz vor allem eine Reform für die Bürokratie: Es soll die Elterngeldberechnung EDV-kompatibel gestalten, heißt es im Gesetzentwurf. Deshalb finden sich darin zahlreiche "textintensive" (d.h. kaum noch zu verstehende) Regelungen, mit denen das Nettoeinkommen künftig per Computer fiktiv berechnet werden kann und die vor allem zur Folge haben, dass kein normaler Mensch mehr in der Lage ist, sich im Voraus auszurechnen, wie viel Elterngeld er erwarten kann.

Wer es dennoch versuchen will: Die Neuregelungen sind vollständig in der neuesten Auflage des mediafon-Ratgebers "Wenn Selbstständige Kinder kriegen" (ab Seite 18) zu finden.

(02.08.2012)

Verweise zu diesem Artikel:
mediafon-Ratgeber "Wenn Selbstständige Kinder kriegen" (26 Seiten PDF zum Download)
Bundestagsdrucksache 17/9841 mit dem neuen Gesetz

Auf Sozialen Netzwerken posten:
Zum Seitenanfang

Meldung versenden   |    Druckversion dieser Seite   |   Impressum