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Versicherungs-News (Archiv)

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Umfrage Alterssicherung - Große Mehrheit für Pflicht-Vorsorge Selbstständiger 

Laut einer aktuellen forsa-Umfrage im Auftrag der Gothaer Versicherung befürworten 83 Prozent der Bevölkerung, dass Beamte und Selbständige in eine Rentenpflicht einbezogen werden, eine Reform des Rentensystems wollen demnach sogar 90 Prozent der Befragten. Gleichzeitig bekunden gut 40 Prozent, dass sie nicht ausreichend für das Alter vorsorgen, davon über drei Viertel, weil sie schlicht nicht das Geld dafür haben.


Die Studie mit dem Titel "Arbeit und Rente - gestern, heute und morgen", zu der der Auftraggeber leider nur eine Pressemitteilung veröffentlicht hat, versucht aber in erster Linie, aus den Sorgen der Bevölkerung in Sachen Alterssicherung Argumente für eine Altersvorsorge herauszulesen, die vom Kapitalmarkt abhängt. So schließt die Versicherung aus den Antworten, dass die mehrheitlich gewünschte Rentenreform nur gelingen könne, wenn mittelfristig "ein Transfer zu einem zumindest zu einem großen Teil kapitalgedeckten System erfolgt". - Erwartungsgemäß greift die Pressemitteilung der Gothaer die in der Umfrage geäußerten Sorgen zur Alterssicherung und Generationengerechtigkeit auf, im Rahmen der Umfrage wurde aber offensichtlich das "bevölkerungsrepräsentativen Panel" nicht auf Fakten und Alternativen in Sachen Altersvorsorge hingewiesen oder dazu verständlich befragt. Nur so ist zu erklären, dass angeblich knapp 60 Prozent der Bevölkerung die gesetzlichen Rentenbeiträge lieber privat anlegen würden, obwohl mehrere aktuelle Studien zeigen, dass die Einführung kapitalgedeckter Vorsorgeformen - zu Lasten der gesetzlichen Rente - langfristig und insbesondere bei Geringverdienenden das Vorsorgeniveau senkt.

Neben wachsenden Teilen der Wissenschaft sowie der Bundestagsopposition kritisieren heute vor allem Verbraucherschützer die Intransparenz und hohen Kosten einer kapitalgedeckten Altersvorsorge, die das System der gesetzlichen Rente bewusst und nachhaltig schwächt. Der Ökonom Gustav Horn vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung fordert daher aktuell ein Ende dieser Vorsorgeform. "Die Rentenreformen um die Jahrtausendwende", so Horn, hätten "das Problem des demographischen Wandels nicht gelöst, sondern nur in die Zukunft verschoben". Die kapitalgedeckte Alterssicherung könne auf Dauer keine höheren Renditen erzielen als die gesetzliche Rente und sei weit krisenanfälliger.

Als Alternative zum "Herumdoktern an den Symptomen von Fehlberatung und Provisionsschneiderei", schlägt die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg jetzt einen staatlichen Vorsorgefond vor. Diese alternative Ergänzung zur gesetzlichen Rente skizziert sie in einem Argumentationspapier vom 25. September, in dem die Verbraucherschützer aufzeigen, dass der Vorsorgefond beispielsweise in Skandinavien erfolgreich arbeitet und kommt zu dem Schluss, damit werde das etablierte umlagefinanzierte System um ein kapitalgedecktes ergänzt, das nicht profitorientiert arbeite, sondern "ausschließlich den Interessen seiner Beitragszahler verpflichtet" ist.

(09.10.2012)

Verweise zu diesem Artikel:
Gothaer-Pressemitteilung zur Studie "Arbeit und Rente"
IMK-Pressemitteilung: Fehlentscheidung Kapitalgedeckte Vorsorge
Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zum Vorsorgefonds

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