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Steuer-News (Archiv)

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Sponsoring
Schon ein Link kann Umsatzsteuerpflicht auslösen 
"Reines" Sponsoring, bei dem der Geldempfänger auf seinen Publikationen lediglich auf den Geldgeber hinweist, ist nicht umsatzsteuerpflichtig. Das geht aus der neuesten Änderung des Umsatzsteueranwendungserlasses (UStAE) hervor, die das Finanzministerium am 14. November veröffentlichte. Wird der Name des Geldgeber aber z.B. auf der Website des Empfängers mit einem Link hervorgehoben, ist die entsprechende Zuwendung steuerpflichtig.

Sponsoring ist (nicht nur) steuerrechtlich ein heikles Thema: Denn die schöne Vorstellung, man könne auf diese Weise Geld kassieren, ohne dass dies das Finanzamt interessieren würde, geht nur in den seltensten Fällen auf. Denn Sponsoring bewegt sich in einer Grauzone zwischen normalen Geschäften und Spenden.

Wer einer Künstlerin einfach Geld zukommen lassen will, um ihre Arbeit zu fördern, ohne dafür eine Gegenleistung zu verlangen, kann das tun. So eine Spende kann der Geldgeber aber nicht von der Steuer absetzen, und die Künstlerin braucht sie in der Regel auch nicht zu versteuern. Das Gegenmodell liegt vor, wenn ein Unternehmen die Künstlerin beauftragt, eine Installation zu schaffen, die den Eingangsbereich seiner Hauptverwaltung verschönern soll. Auch das kann für die Künstlerin eine Förderung sein, aber im Grunde ist es ein ganz normales Geschäft, das das Unternehmen als Betriebsausgabe verbuchen kann und die Künstlerin als Betriebseinnahme versteuern muss.

Sponsoring liegt irgendwo dazwischen: Solche Gelder bekommen Sportler, Theatergruppen oder Internetprojekte in der Regel dafür, dass sie eine gewisse Gegenleistung erbringen, meist also für den Sponsor werben. Handelt es sich dabei um "richtige" Werbung, so liegt der Zahlung ein "Leistungsaustausch" zugrunde – und das Finanzamt will seinen Teil haben. Handelt es sich dagegen nur um "ein bisschen" Werbung, so kann das Finanzamt das Ganze wiederum als Spende, also als steuerfrei einordnen.

Wo genau die Grenze zu ziehen ist, hat der Bundesfinanzminster jetzt im Abschnitt 1.1. Absatz 23 definiert, der dem UStAE neu hinzugefügt wurde. Danach liegt kein Leistungsaustausch vor und fällt folglich keine Umsatzsteuer an, wenn der Geldempfänger "auf Plakaten, in Veranstaltungshinweisen, in Ausstellungskatalogen, auf seiner Internetseite oder in anderer Weise auf die Unterstützung durch den Sponsor lediglich" hinweist. Für so einen bloßen Hinweis darf der Name, das Emblem oder das Logo des Sponsors benutzt werden, "jedoch ohne besondere Hervorhebung oder Verlinkung zu dessen Internetseiten". Ist das Logo des Sponsors also mit einem Link unterlegt (oder verkündet die Theatergruppe in der Pause, was für einen enorm günstigen Handytarif der Sponsor neuerdings anbietet), so versteht das Finanzamt das als "Leistungsaustausch" – und will seinen Anteil vom Sponsorengeld in Form der Mehrwertsteuer haben.

Und nur damit keine Missverständnisse aufkommen: Einkommen- (und gegenbenfalls Gewerbe-)steuer wird auf solche Zahlungen so oder so fällig. Spenden, die der Geldgeber als Sonderausgaben von der Steuer absetzen kann, sowie Sponsorengelder dürfen nur gemeinnützige Vereine steuerfrei annehmen. Wie solche Fördervereine diese Gelder dann weitergeben dürfen, dafür gibt es noch einmal ganz komplizierte Regeln.

(14.11.2012)

Verweise zu diesem Artikel:
BMF-Schreiben IV D 2 - S 7100/08/10007 :003 vom 13. November
Text zum Sponsoring aus dem ehemaligen "Ratgeber Freie"

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