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zu wissenswerten, aber nicht mehr brandaktuellen Meldungen.

Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Versicherungs-News (Archiv)

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Gesetzgebung
Minijobneuregelung entlastet Selbstständige 

Die Anhebung der Minijobgrenze von 400 auf 450 €, die der Bundesrat am 23. November abgesegnet hat, wirkt sich in verschiedenen Punkten entlastend auch auf Selbstständige aus. Eine kurze Übersicht von mediafon.


Der Bundestag hat die Verdienstgrenze für geringfügige Tätigkeiten ab 1. Januar 2013 von bisher 400 auf 450 € angehoben. Selbstständige betrifft das im Wesentlichen in fünf Fällen:

  • Ist ihr Gewinn aus der selbstständigen Tätigkeit regelmäßig nicht höher als 450 € im Monat, so handelt es sich um eine geringfügige selbstständige Tätigkeit, die nicht der allgemeinen gesetzlichen Sozialversicherungspflicht unterliegt. Wer mit all seinen Erwerbseinkünften unter dieser Grenze bleibt,

    • ist nicht rentenversicherungspflichtig, auch wenn er ansonsten zum Kreis der rentenversicherungspflichtigen Selbstständigen gehört,

    Wer allerdings über die Künstlersozialkasse versichert ist, für den bleibt die Geringfügigkeitsgrenze unverändert bei 325 € im Monat. Und wer über die Eltern oder die gesetzlich krankenversicherte Ehepartnerin kostenlos per Familienversicherung krankenversichert ist, für den bleibt die Verdienstgrenze bei einem Siebtel der Bezugsgröße, das sind im Jahr 2013 385 € im Monat.

  • Wer mit einem Arbeitnehmerjob neben der selbstständigen Tätigkeit seinen Verdienst aufbessert, darf darin künftig bis zu 450 € im Monat verdienen, ohne dafür selbst Krankenversicherungsbeiträge oder Steuern zahlen zu müssen. Allerdings ist in diesem Fall die gesetzliche Rentenversicherung künftig verpflichtend: Geringfügig Beschäftigte müssen neuerdings den pauschalen Rentenversicherungsbeitrag des Arbeitgebers aus eigener Tasche auf den Normalbeitrag aufstocken. Im Normalfall zahlen sie dafür 3,9 Prozent vom Lohn, mindestens aber 6,83 € im Monat; bei Beschäftigung in Privathaushalten 13,9 Prozent, mindestens aber 24,33 € im Monat. Wer das nicht bezahlen will, muss nun einen Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht stellen.

  • Entsprechendes gilt, wenn ein Selbstständiger eigene Arbeitnehmer geringfügig beschäftigt: Neben den üblichen pauschalen Arbeitgeberabgaben muss er auch den im letzten Spiegelstrich genannten Aufstockungsbeitrag zur Rentenversicherung an die Minijobzentrale abführen. Diesen Betrag muss er vom Lohn einbehalten – es sei denn, die Arbeitnehmerin hat ihm einen Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherunspflicht gegeben. Den muss er dann an die Minijobzentrale weiterleiten.

  • Mit der Erhöhung der Minijobgrenze wurde auch die Gleitzone nach oben verschoben, in der die Anteile von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zur Sozialversicherung noch nicht halbe-halbe, sondern arbeitnehmerfreundlicher aufgeteilt sind. Die Gleitzone, die bisher von 400,01 bis 800,00 € reichte, reicht ab 1. Januar 2013 von 450,01  bis 850,00 . Dies betrifft sowohl Selbstständige, die Arbeitnehmer in dieser Größenordnung beschäftigen, als auch Selbstständige, die nebenher als Arbeitnehmer in diesem Rahmen Geld verdienen.

  • Mit der höheren Geringfügigkeitsgrenze ändert sich auch der Mindestbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung. Der beträgt für pflichtversicherte Selbstständige bisher 78,40 € in Monat (19,6% von 400 €), ab 1. Januar werden es 85,05 € sein (18,9% von 450 €).

  • Wer eine vorgezogene Altersrente oder Rente wegen Erwerbsminderung bezieht, darf dazu künftig aus selbstständiger Tätigkeit bis zu 450 € im Monat hinzu verdienen, ohne dass ihm die Rente gekürzt wird.
(Absatz zur Familienversicherung korrigiert 15.4.2013)

(26.11.2012)

Verweise zu diesem Artikel:
Der mediafon-Ratgeber zur geringfügigen Beschäftigung . . .
. . . und zur Gleitzone (jeweils bisherige Rechtslage)
Der mediafon-Ratgeber zur gesetzlichen Rentenversicherung für Selbstständige

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