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Steuer-News (Archiv)

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Rechtsprechung
Telefonate von Auslandsreise können Betriebskosten sein 

Wer auf einer Dienstreise, die schon mindestens eine Woche dauert, aus dem Ausland privat nach Hause telefoniert, kann die Kosten dafür meist als Betriebsausgaben geltend machen. Das ergibt sich aus einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 5. Juli, das jetzt veröffentlicht wurde.


Es sind vor allem rechtstheoretische Überlegungen, die der Bundesfinanzhof da angestellt hat. Anlass war die Steuererklärung eines Marinesoldaten, der während eines Auslandseinsatzes auf einer Fregatte insgesamt fünfzehn mal von hoher See und von ausländischen Häfen aus mit Angehörigen und seiner Lebensgefährtin telefoniert hatte und die dabei entstandenen Kosten von insgesamt 252 € als Werbungskosten anerkannt haben wollte. Das Finanzamt hatte das abgelehnt, da es sich um private Telefonate und damit um Kosten der privaten Lebensführung gehandelt habe.

Anders sah das der Bundesfinanzhof. Zwar stimmt er zu, dass Kosten, die auch privat veranlasst sind, grundsätzlich nicht gleichzeitig als beruflich veranlasst gelten können (was Voraussetzung für Anerkennung als Werbungskosten bzw. als Betriebsausgaben ist). Genauso richtig sei es aber auch, zog der BFH dann alle Register juristischer Formulierungskunst, "Kosten, die untrennbar sowohl privat als auch beruflich veranlasst sind, der steuerrechtlich erheblichen Berufssphäre zuzuordnen, wenn die Aufwendungen so stark durch die berufliche/betriebliche Situation geprägt sind, dass der private Veranlassungsbeitrag bei wertender Betrachtung unbedeutend ist".

Und das sei hier der Fall, entschied der BFH; genauso werde es ja auch auch bei Verpflegungsmehraufwendungen auf Dienstreisen, bei Umzugskosten oder Kosten der doppelten Haushaltsführung gehandhabt. Bei einer Abwesenheitsdauer von mindestens einer Woche seien "die notwendigen privaten Dinge" schließlich nur durch Mehraufwendungen für Telekommunikation zu regeln, die "über den normalen Lebensbedarf hinaus gehen". Diese Mehraufwendungen seien "ganz überwiegend durch den beruflichen Veranlassungszusammenhang geprägt und mithin nur in ganz untergeordnetem Umfang von Momenten der privaten Lebensführung beeinflusst". Und damit seien sie als Werbungskosten anzuerkennen (und bei Selbstständigen, die in diesem Urteil nicht ausdrücklich genannt werden, analog als Betriebsausgaben).

(Urteil des Bundesfinanzhofes VI R 50/10 vom 5. Juli 2012.)

(12.12.2012)

Verweise zu diesem Artikel:
Das Urteil im Volltext
Der mediafon-Ratgeber zu beruflich und privat veranlassten Kosten
Der mediafon-Ratgeber zu Telefonkosten als Betriebsausgaben

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