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Allgemeine News (Archiv)

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Vergütungen
Hebammen müssen weiter kämpfen 

Die Vergütung von Hebammen wird rückwirkend ab 1. Januar 2013 um zwölf, für die Wochenbettbetreuung um 15 Prozent angehoben. Diese Entscheidung traf die gesetzliche Schiedsstelle am 31. Januar; sie wird von den Hebammenverbänden als unzureichend abgelehnt und gilt nun für zwei Jahre. Derweil demonstrierte der Petitionsausschuss des Bundestages weitgehendes Desinteresse an den Anliegen der Hebammen.


Es hätten zwei wichtige Tage für die Zukunft des Hebammenberufs in Deutschland werden können: Drei Tag lang hatte die gesetzliche Schiedsstelle unter Vorsitz der früheren Bundesjustizministerin Hertha Däubler-Gmelin (SPD) über den Streit um die Hebammenvergütung zwischen dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (gkv) und den Hebammenverbänden Deutscher Hebammenverband (DHV), Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD) sowie Netzwerk der Geburtshäuser verhandelt, und endlich wollte auch der Petitionsausschuss des Bundestages über die Hebammenpetition entscheiden, die vor fast drei Jahren von 105.000 Menschen via Internet und von weiteren 200.000 per Hand unterzeichnet worden war. Allein: Das Resultat war frustrierend.

Ungeachtet der von den Hebammenverbänden vorgelegten Zahlen legte die Schiedsstelle die Erhöhung der Vergütung für die meisten Tätigkeiten freiberuflicher Hebammen verbindlich auf ganze zwölf Prozent ab 1.1.2013 fest, allein die Wochenbettbetreuung wird mit 15 Prozent mehr vergütet. Eine weitere Erhöhung um fünf Prozent soll erfolgen, sobald sich die Verbände mit dem gkv – spätestens zum 31.1.2015 – auf eine von allen angestrebte Vereinbarung über Qualitätsstandards und Leistungsbeschreibungen geeinigt haben.

Während Däubler-Gmelin den Schlichtungsspruch als "Durchbruch" und einen "guten Schritt auf dem Weg der Würdigung der unverzichtbaren und wertvollen Tätigkeit gerade der freiberuflichen Hebammen für unsere Gesellschaft" wertete und die Krankenkassen betonten, dass sie ja längst freiwillig mehr bezahlten, lehnten die drei Hebemmanverbände in einer gemeinsamen Erklärung die weit unter ihren Forderungen liegende Erhöhung als "nicht ausreichend" ab.

Bereits einen Tag zuvor hatte der Petitionsausschuss des Bundestages die fast drei Jahre alte Petition "als Material" an das Bundesgesundheits- und das -finanzministerium überwiesen – was nach einem völligen Ignorieren die schwächste "Waffe" ist, über die der Ausschuss verfügt. Allein die Fraktion der Linken stimmte dafür, die Ministerien wenigstens "zur Erwägung" der Petition aufzufordern. Dabei führte der Ausschuss die in den letzten Jahren explodierten Haftpflichtprämien für Hebammen auf den "fehlenden Wettbewerb unter den Versicherern" zurück.

Die Hebammenverbände fürchten nun, dass nach der letzten Erhöhung der Haftpflichtprämien auf 4.200 € im Jahr (bzw. sogar 5.300 – 5.600 € für verbandsfreie Hebammen) der Anteil der Hebammen, die überhaupt noch Geburtshilfe anbieten, so weit sinken wird, dass eine wohnortnahe Versorgung und damit die freie Wahl des Geburtsortes nicht mehr gewährleistet werden können. Wegen der gestiegenen Haftpflichtprämien bieten bereits jetzt nur noch 23 Prozent aller Hebammen Geburtshilfe an.

(02.02.2013)

Verweise zu diesem Artikel:
Pressemitteilung der Petitionsausschusses vom 30.1.2013
Mitteilung der Schiedsstelle vom 1.2.2013
Gemeinsame Erklärung der drei Hebammenverbände zum Schiedsspruch
gkv-Pressemitteilung mit Übersicht über die bisherigen Hebammen-Vergütungen

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