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Allgemeine News (Archiv)

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Honorare
Schlichterspruch für Fotohonorare bei Tageszeitungen 
Im Streit um gemeinsame Vergütungsregeln für Bildhonorare bei Tageszeitungen hat jetzt nach neun Jahren erfolgloser Verhandlungen die "Schlichtungsstelle Fotohonorare" ihren Spruch verkündet. Das Ergebnis bleibt leider hinter vielen Erwartungen zurück: Die danach verbindlich "angemessenen" Honorare liegen im Schnitt etwa ein Drittel unter den Sätzen des Tarifvertrages für arbeitnehmerähnliche freie Journalisten an Tageszeitungen (die freilich fast nirgends bezahlt werden).

Die gemeinsamen Vergütungsregeln für freie Textjournalistinnen sind schon seit drei Jahren in Kraft (werden allerdings von kaum einem Verlag eingehalten) – mit den Fotohonoraren aber hatten die Zeitungsverleger größere Probleme. Und so musste zuletzt eine Schlichtung darüber entscheiden, was künftig als "angemessenes Honorar" für den Abdruck von Fotos in Tageszeitungen und die Zugänglichmachung auf ihren Websites gelten soll. Der "Schichtungsstelle Fotohonorare" unter dem Vorsitz des ehemaligen VG-Wort-Vorstands Ferdinand Melichar gehörten jeweils zwei Vertreter der Journalistengewerkschaften dju (ver.di) und DJV an sowie vier Vertreter des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), der von 89 Zeitungsverlagen zu diesen Verhandlungen bevollmächtigt war. Frauen waren in dem Gremium nicht vertreten.

Als Schlichtungsergebnis hat die Schlichtungsstelle einstimmig die unten wiedergegebene Honorartabelle beschlossen. In dieser Tabelle sind lediglich Mindesthonorarsätze enthalten, von der von den Verlegern geforderten Nennung von "Von-bis-Honorarsätzen" (wie in den Vergütungsregeln Text) sah die Schlichtungsstelle ab. Diese Mindesthonorare fielen allerdings so niedrig aus, dass der "Bundesverband der Pressebildagenturen und Bildarchive" (BVPA) von einem "Ausverkauf der Leistungen der freien Fotojournalisten" sprach.

Diese Vergütungsregeln treten erst in Kraft, wenn alle beteiligten Verbände ihnen zugestimmt haben, wozu sie nun drei Monate Zeit haben. Die Zustimmung vorausgesetzt, gelten die Vergütungsregeln für alle Verträge ab dem 1. Mai 2013.

Beschlossen wurde:

Mindesthonorare für Bildbeiträge
AbbildungsgrößeAuflage bisüber
10.00025.00050.000100.000200.000200.000
 a) Erstdruckrecht
vierspaltig und größer27,5033,5040,0055,0069,5075,50
kleiner als vierspaltig26,0032,0038,0052,0066,0071,50
kleiner als zweispaltig22,0027,0032,0044,0055,5060,50
kleiner als einspaltig19,5023,5028,0038,5048,5052,50
 b) Zweitdruckrecht
vierspaltig und größer20,5025,0030,0041,0051,5056,00
kleiner als vierspaltig19,5024,0028,5038,5049,0053,00
kleiner als zweispaltig16,5020,0024,0033,0041,5045,00
kleiner als einspaltig14,5017,5021,0028,5036,0039,00

  • Die Sätze der Tabelle sind Mindesthonorare und dürfen nicht unterschritten werden.
  • Sie gelten für einen einmaligen Abdruck in der Printausgabe sowie die einmalige Zugänglichmachung in der Internetausgabe und gegebenenfalls die Verwendung im internen Archiv der Zeitung.
  • Honorare für Mehrfachverwendung, Aufmacherfotos (auf der Titelseite), Fotomontagen sowie für ausschließliche Nutzungsrechte müssen im Einzelfall gesondert vereinbart werden. Sie müssen angemessen über den Sätzen der Tabelle liegen.
  • Notwendige Spesen, die im Interesse und für Zwecke des Verlages anfallen, sind zusätzlich zu den oben genannten Sätzen zu erstatten.


(08.02.2013)

Verweise zu diesem Artikel:
Der mediafon-Ratgeber zur Geltung gemeinsamer Vergütungsregeln
Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) zum Einigungsvorschlag
Die gemeinsamen Vergütungsregeln für Texte in Tageszeitungen vom 29.1.2010
"BVPA begrüßt Vergütungsregeln"

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