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Steuer-News (Archiv)

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Umsatzsteuer
Für Künstler bleibt's bei sieben Prozent 

Für einige Verwirrung sorgt in diesen Tagen die Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes für Originale der bildenden Kunst auf 19 Prozent, wie sie mit dem "Gesetz zur Umsetzung der Amtshilferichtlinie sowie zur Änderung steuerlicher Vorschriften" beschlossen wurde. Aber bevor hier Panik aufkommt: Die Erhöhung gilt nur für Wiederverkäufer – also Galerien und Kunsthändler. Für Künstlerinnen, die ihre eigenen Werke verkaufen, bleibt es bei sieben Prozent.


Gedacht war es als Maßnahme der Kulturförderung: In Deutschland war der Mehrwertsteuersatz für Originale der bildenden Kunst seit jeher ermäßigt – derzeit auf sieben Prozent. Das aber sei eine unerlaubte Förderung des Kunsthandels und verstoße gegen EU-Recht, hatte die EU-Kommission im Februar 2012 festgestellt und Deutschland aufgefordert, diese Regelung binnen zwei Monaten abzuschaffen – andernfalls werde man die Bundesrepublik vor dem Gerichtshof der Europäischen Union verklagen. Nach vielem und heftigem Gezerre wurde nun von Bundesrat und Bundestag ein Kompromiss verabsschiedet, der die Beteiligten weitgehend ungeschoren lässt, dem Kunsthandel allerdings eine Menge neuer Bürokratie beschert.

Der neue § 25a UStG besagt im Wesentlichen:
  • Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz für Originale der Bildenden Kunst gilt nur noch, wenn die Werke von der Urheberin direkt oder in Kommission verkauft oder wenn sie von außerhalb der EU eingeführt werden;
  • Bei allen anderen Verkäufen von Kunstwerken, insbesondere im Kunsthandel, gilt künftig der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent.
  • Solche Wiederverkäufer dürfen allerdings die Differenzbesteuerung in einer neuen, pauschalisierten Form anwenden, bei der die Mehrwertsteuer pauschal an 70 Prozent des Verkaufspreises bemessen wird.
Um den Vorwürfen des Kunsthandels zu begegnen, mit der Abschaffung des ermäßigten Steuersatzes würde ein ganzer Wirtschaftszweig in den Ruin getrieben, haben sich die Gesetzesmacher ein recht kompliziertes Regelwerk einfallen lassen, das Inhaber von Galerien genau studieren sollten. Für Künstlerinnen und Künstler aber gilt ohne Wenn und Aber:
  • Wer eigene Werke direkt oder in Kommission über eine Galerie verkauft, braucht weiterhin nur den ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent abzuführen.
  • Diese Regelungen sind seit dem 1.7.2013 in Kraft.


(08.07.2013)

Verweise zu diesem Artikel:
Das Gesetz zur Umsetzung der Amtshilferichtlinie sowie zur Änderung steuerlicher Vorschriften
Der mediafon-Ratgeber zur Frage "7 oder 19 Prozent Mehrwertsteuer?"
Der mediafon-Ratgber zur Differenzbesteuerung

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