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Allgemeine News (Archiv)

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Finanzen
Was müssen Selbstständige für SEPA tun? 
Seit Wochen haben in einschlägigen Internet-Foren und Newslettern Anweisungen Konjunktur, was man alles tun muss, um sich auf den "Einheitlichen Euro-Zahlungsraum" SEPA einzustellen. Da dort oft überflüssiges Wissen verbreitet wird, hat mediafon kurz zusammengestellt, was Selbstständige von SEPA wissen müssen, und warum Begriffe wie "Pre-Notification" und "Lastschrift-Mandat" sie in der Regel nicht zu interessieren brauchen.

Eigentlich ist es gar nicht so dramatisch: SEPA ("Single Euro Payments Area") steht für einen neuen Standard, mit dem der bargeldlose Zahlungsverkehr innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums sowie der Schweiz und Monaco vereinheitlicht und an bestehende internationale Normen angepasst werden soll. Für die normale Bankkundin ändern sich dabei zunächst nur die Zahlen:
  • Bei allen Banken tritt an die Stelle der bisher meist zehnstelligen Kontonummer die "International Bank Account Number" IBAN. Sie hat in Deutschland 22 Stellen (in anderen Ländern 16 bis 29, theoretisch bis zu 34 Stellen) und vereint einen Ländercode aus zwei Buchstaben (DE für Deutschland), eine Bankleitzahl und eine Kontonummer sowie eine Prüfsumme und einige weitere Informationen. In Deutschland werden für die IBAN in der Regel die bisherige Kontonummer und Bankleitzahl übernommen und nach der ISO-Norm 7064 ergänzt. Die "Umrechnung" ist jedoch komplizierter, als es auf den ersten Blick aussieht. Deshalb sollte niemand versuchen, sich seine IBAN selber zu basteln – zumal die Banken die jeweilige IBAN und BIC bereits seit Monaten auf den Kontoauszügen ausdrucken.
  • Bei Überweisungen in Deutschland entfällt dafür die bisherige Bankleitzahl; bei Auslandsüberweisungen tritt an ihre Stelle der acht- oder elfstellige "Business Identifier Code" BIC. Er ist identisch mit dem sogenannten SWIFT-Code der "Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication", der ursprünglich von den USA für den internationalen Zahlungsverkehr forciert, in den USA selbst aber nie ernsthaft benutzt wurde.
Stichtag für den SEPA ist der 1. August 2014. Von diesem Datum an werden Banken Überweisungen von Unternehmen nur noch ausführen, wenn diese IBAN und BIC benutzen. Privatleute dürfen die alte Kontonummer und Bankleitzahl dagegen noch bis zum 1.2.2016 benutzen – die Banken sind verpflichtet, solche Überweisungen so lange selbst "umzurechnen". Vor dem Stichtag können IBAN und BIC bereits alternativ benutzt werden (sofern sie denn in die Überweisungsformulare bzw. -masken passen).
  • Für Selbstständige, deren Zahlungsverkehr allein in einfachen Überweisungen besteht, die sie für ihre Rechnungen bekommen bzw. mit denen sie eingehende Rechnungen bezahlen, hat es sich damit schon. Sie müssen rechtzeitig ihre Geschäftspapiere und Interneteintragungen so ändern, dass dort statt Kontonummer und Bankleitzahl nunmehr IBAN und BIC zu finden sind. Auch Daueraufträge müssen geändert bzw., sofern sie von der Bank automatisch umgestellt werden, zumindest kontrolliert werden.
  • An Stelle der bisherigen Einzugsermächtigungen erfordert das neue SEPA-Lastschriftverfahren ein spezielles Mandat. Bereits bestehende Einzugsermächtigungen können jedoch ohne neues Mandat umgestellt werden – darüber muss der Kunde jedoch informiert werden. Wer heute schon Einzugsermächtigungen erteilt hat, braucht also von sich aus gar nichts zu tun – handeln muss zunächst einmal der, der das Geld haben will.
  • Wer selbst Gelder per SEPA-Lastschrift einzieht, benötigt dazu künftig eine Gläubiger-Identifikationsnummer, die von der Deutschen Bundesbank vergeben wird, und muss sich von jedem Kunden ein Mandat erteilen lassen. Die Einzelheiten bespricht man am besten mit seiner Bank. Wo schon eine Einzugsermächtigung vorhanden ist, benötigt man kein neues Mandat, muss den Kunden jedoch von der Umstellung informieren.
  • Außerdem muss, wer Geld per Lastschrift einzieht, seinen Kunden künftig mindestens 14 Tage vorher z.B. per Brief, Mail oder vertragliche Vereinbarung informieren, an welchem Tag genau das Konto mit welchem Betrag belastet wird ("Pre-Notification"). Die Bank muss die Belastung dann exakt an diesem Tag vornehmen.
  • Damit sollten auch auf dem eigenen Konto unliebsame Überraschungen ausbleiben, die es bisher manchmal gab, wenn eine Einzugsermächtigung eingelöst wurde, das Konto aber gerade nicht gedeckt war.
  • Und nur der Vollständigkeit halber: Wer Beträge über 12.500 € im Ausland per SEPA-Lastschrift einzieht, muss dies der Deutschen Bundesbank melden.
Update: Der in der ursprünglichen Fassung dieses Beitrags genannte Stichtag 1.2.2014 wurde inzwischen auf den 1.8.2014 hinaus geschoben.

(08.08.2013)

Verweise zu diesem Artikel:
Häufig gestellte Fragen zu SEPA, zusammengestellt vom Haufe-Verlag
Hinweise der Bundesbank zur Gläubiger-Identifikationsnummer und Antragsformular
Fachinformationen der Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung

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