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Steuer-News (Archiv)

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Reisekosten
Dienstfahrten mit dem Rad nicht mehr pauschal absetzbar 

Mit einer stillschweigenden Änderung der Lohnsteuer-Hinweise für 2014 hat das Bundesfinanzministerium die Möglichkeit abgeschafft, für die Benutzung eines Fahrrades für berufliche Fahrten bei der Einkommensteuererklärung ein pauschales Kilometergeld ansetzen zu können. Dafür wurde das Kilometergeld für Motorräder und Mopeds erhöht.


Es war eigentlich eine sehr vernünftige Regelung: Die selbstständige Hebamme, die ihre Hausbesuche mit dem Fahrrad machte, konnte dafür noch im Jahre 2013 pauschal 5 Cent pro gefahrenen Kilometer als Betriebsausgaben ansetzen. Ab 2014 geht das nicht mehr. Und all die vielen Steuer-Ratgeber im Internet haben's nicht gemerkt (und mediafon auch erst reichlich spät).

Wer mit einem privaten Fahrzeug beruflich unterwegs war, konnte sich bisher auf den "Hinweis 9.5" der amtlichen Lohnsteuer-Hinweise 2011 berufen. Dort hieß es: "Bei Benutzung eines privaten Fahrzeugs können die Fahrtkosten mit folgenden pauschalen Kilometersätzen angesetzt werden:
1. bei einem Kraftwagen 0,30 EUR je Fahrtkilometer,
2. bei einem Motorrad oder einem Motorroller 0,13 EUR je Fahrtkilometer,
3. bei einem Moped oder Mofa 0,08 EUR je Fahrtkilometer,
4. bei einem Fahrrad 0,05 EUR je Fahrtkilometer."


Das stand zwar in den Lohnsteuer-Hinweisen und bezog sich auf die Werbungskosten von Arbeitnehmern, galt für die Betriebsausgaben von Selbstständigen aber analog. Nur: Ab 2014 gilt es gar nicht mehr, weder für Arbeitnehmerinnen noch für Selbstständige. Das Finanzministerium nennt in seinem Rundschreiben zur "Reform des steuerlichen Reisekostenrechts ab 1.1.2014" nämlich gar keine konkreten Kilometersätze mehr, sondern bestimmt lediglich, dass für solche Fahrten nunmehr die "höchste Wegstreckenentschädigung nach dem Bundesreisekostengesetz für das jeweils benutzte Beförderungsmittel" angesetzt werden kann. Dass BRKG aber kennt eine Kilometerpauschale für Fahrräder überhaupt nicht.

Dass der BRKG-Kilometersatz für Motorräder und Mopeds mit einheitlich 20 Cent deutlich höher ist als die bisher gültigen 13 bzw. 8 Cent, ist da kein Grund zu großer Freude. Denn berufliche Fahrten mit dem Fahrrad sind ab sofort gar nichts mehr wert.

Wer sie dennoch steuerlich geltend machen will, kann das nur noch, indem er das Fahrrad als Dienstfahrrad zum "gewillkürten Betriebsvermögen" macht. Dann kann er sämtliche Kosten (Abschreibung des Kaufpreises, Reparaturen, Diebstahlversicherung, neue Reifen usw.) als Betriebsausgaben ansetzen – muss jedoch für die private Nutzung wie bei einem Kraftfahrzeug pro Monat ein Prozent des Listenpreises als Betriebseinnahme verbuchen bzw. den Privatanteil mit einem Fahrtenbuch exakt ermitteln. Das geht aber auch nur, wenn das Rad zu mindestens zehn Prozent beruflich genutzt wird.

(31.12.2013)

Verweise zu diesem Artikel:
Das BMF-Schreiben "zur Reform des steuerlichen Reisekostenrechts" vom 30.9.2013
Der mediafon-Ratgeber zu Kilometerpauschalen bei beruflichen Fahrten

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