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Allgemeine News (Archiv)

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Illustratoren Organisation
Gute Ausbildung reicht nicht 

Ein Hochschulabschluss ist für freie Illustratorinnen alles andere als eine Garantie für ein akzeptables Einkommen. Das ist eines der Ergebnisse einer Mitgliederumfrage, die die Illustratoren Organisation (IO) im Jahr 2013 durchgeführt hat. Danach hatten von den Befragten, die auf einen Jahresumsatz von 60.000  € und mehr kamen, lediglich 16 Prozent einen Hochschulabschluss, während es bei denen, die weniger als 12.000 € einnahmen, 35,9 Prozent waren.


886 Illustratorinnen und Illustratoren haben den Fragebogen beantwortet, den die IO, "Berufsverband für Illustratoren aus den Bereichen Verlag, Werbung, Film und Kunst", im Sommer 2013 ins Netz gestellt hatte. Auch wenn das Ergebnis nicht beansprucht, repräsentativ zu sein, ist es deprimierend: Zwei Drittel der Befragten sind nicht in der Lage, mit dem Einkommen aus ihrem Beruf als Illustrator oder Illustratorin, für den sie durchschnittlich 27,5 Stunden pro Woche aufwenden, den eigenen Lebensunterhalt bzw. den der Familie zu sichern; 63,2 Prozent geben an, dazu auf das Einkommen des Partners bzw. auf Unterstützung der Eltern angewiesen zu sein.

Zwar haben sich diese Werte im Vergleich zur Umfrage aus dem Jahre 2012 leicht gebessert – aber immer noch schaffen 32,9 Prozent es nicht, einen Jahresumsatz von 12.000 &euro oder mehr zu erzielen. Das sind vor allem Frauen: Einnahmen über 35.000 € erzielten von den befragten Männern immerhin 24,9 Prozent, von den Frauen dagegen nur 6,9 Prozent. Die IO führt das zumindest zum Teil auf die unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkte zurück: Während von den befragten Männern 55,1 Prozent als ihren Haupttätigkeitsbereich die Werbung (mit ihren besser bezahlten Aufträgen) angaben, liegt bei den Frauen das (schlecht bezahlte) Kinderbuch mit 67,1 Prozent unangefochten auf Platz 1.

Vielen fehlt dabei offenbar der Mut (oder das Wissen), auf angemessenen Honoraren zu beharren: 69 Prozent der Befragten kalkulieren mit Stundensätzen von höchstens 60 €. Unterhalb dieser Grenze aber ist nach Überzeugung der IO ein rentables Arbeiten gar nicht möglich. 14,3 Prozent der Profis bleiben sogar unter 30 €, dem typischen Studenten-Stundensatz.

Auch am Wissen in geschäftlichen Dingen ließe sich noch einiges verbessern: 2,7 Prozent der Befragten wissen nicht, "was die Künstlersozialkasse ist"; mit der Berufsgenossenschaft, der gesetzlichen Berufsunfallversicherung auch für Selbstständige, wissen 21,8 Prozent nichts anzufangen, und von der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst, der "GEMA für Illustratoren", haben sogar 24,7 Prozent noch nicht gehört.

Aber auch die Kunden kommen bei der Umfrage nicht allzu gut weg: 45,8 Prozent der Befragten sind "weniger oder nicht zufrieden" damit, wie ihre Kunden mit ihren Rechten als Urheber umgehen, und mit der Vergütungshöhe istnicht einmal die Hälfte (44 Prozent) "zufrieden oder sehr zufrieden".

Dennoch muss es ein wunderbarer Beruf sein: "Mit ihrer beruflichen Gesamtsituation zufrieden oder sehr zufrieden" zeigten sich 52,0 Prozent der Befragten.

(14.03.2014)

Verweise zu diesem Artikel:
Homepage der Illustratoren Organisation
Die komplette Auswertung der IO-Umfrage

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