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Versicherungs-News (Archiv)

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Gesundheit
'Mausellenbogen' ist keine Berufskrankheit 

Damit eine schmerzhafte Entzündung im Ellenbogen als Berufskrankheit anerkannt wird, bedarf es auch bei Leuten, die – wie etliche Selbstständige – beruflich viel mit der Computer-Maus arbeiten müssen, eines besonderen Nachweises. Die bloße Vermutung eines Zusammenhangs zwischen Maus und Schmerzen reichte dem Hessischen Landessozialgericht jedenfalls nicht aus: In einem Urteil vom 29.10.2013, das jetzt veröffentlicht wurde, lehnte es die Anerkennung als Berufskrankheit ab.


Der Mann war Ingenieur und arbeitete in der Versicherungsbranche, etwa 60 Prozent seiner Arbeitszeit im Innendienst am Computer. Als der Arbeitgeber irgendwann den Innendienst ausweitete und er deshalb 80 Prozent seiner Arbeitszeit am Computer verbringen musste, stellten sich Schmerzen in seinem rechten Ellenbogen, im Unterarm und im Handgelenk ein. Sein Orthopäde diagnostizierte unter anderem eine "Epicondylitis" (besser bekannt als "Tennisellenbogen" ) und zeigte sie der Berufsgenossenschaft als Berufskrankheit an. Die lehnte die Anerkennung jedoch ab, "da die Tätigkeit am Computer keine Gefährdung im Sinne der angezeigten Berufskrankheit darstelle".

Nach einem längeren Hin und Her, in dessen Verlauf einer der Ärzte des Ingenieurs bestätigte, dass es zu den Ellenbogenschmerzen "mit hoher Wahrscheinlichkeit durch einen fehlerhaft ausgestatteten Bildschirmarbeitsplatz gekommen sei", landete die Sache beim Hessischen Landessozialgericht. Das vertiefte sich in die medizinische Fachliteratur und kam zu dem Schluss, dass die Arbeit mit der Computermaus nicht zu den Bewegunsabläufen gehört, die üblicherweise eine – grundsätzlich als Berufskrankheit anerkannte – Epicondylitis verursachen.

Zwar sei ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Arbeitsabläufen und Erkrankung in diesem Fall nicht auszuschließen – für ein anders lautendes Urteil hätte er aber zumindest "wahrscheinlich" sein müssen, heißt es im Urteil: "Der ursächliche Zusammenhang ist jedoch nicht schon dann wahrscheinlich, wenn er nicht auszuschließen oder nur möglich ist." Eine "absolute Sicherheit" sei hier niemals zu erzielen, "erforderlich" fand das Gericht aber "eine an Gewissheit grenzende Wahrscheinlichkeit, wonach kein vernünftiger Mensch mehr am Vorliegen (dieses Zusammenhangs) zweifelt".

Da es nach Überzeugung des Gerichts aber nicht einmal medizinische Studien gibt, die für einen grundsätzlichen Zusammenhang der Arbeit mit der Computermaus mit der Epicondylitis sprechen, könne die Erkrankung im konkreten Fall nicht als Berufskrankheit anerkannt werden. Eine Revision ließ das Gericht nicht zu, so dass das Urteil (Hessisches Landessozialgericht vom 29.10.2013, Aktenzeichen L 3 U 28/10) rechskräftig ist.

Übrigens: Wer – wie der Autor dieser Meldung – an Schmerzen im Ellenbogen leidet und diese anders als das Hessische Landessozialgericht auf die Arbeit mit der Computermaus zurückführt, sollte einmal ausprobieren, was mir mein Orthopäde dazu empfohlen hat: In den Systemeinstellungen für die Maus die Funktionen der rechten und der linken Maustaste vertauschen, die Maus auf die andere Seite der Tastatur legen und fortan mit der anderen Hand bedienen. Mir hat's geholfen. Und mit der Umstellung auf die linkshändige Bedienung der Maus hatte ich – obwohl von Hause aus Rechtshänder – erstaunlich wenig Schwierigkeiten.

(11.04.2014)

Verweise zu diesem Artikel:
Der mediafon-Ratgeber zu Versicherungen gegen Berufskrankheiten für Selbstständige

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