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Film: Wenig Glamour für Selbstständige der Branche 
Die Bundesvereinigung der Filmschaffenden-Verbände e.V. hat im "Status Bericht 2013" düstere Zahlen zur Situation der Film-Selbstständigen veröffentlicht. – Die Umfrage "zur aktuellen Arbeitssituation der einzelnen Gewerke" zeigt, dass für die Mehrheit der Branchen-Beschäftigten insbesondere bei den Honoraren und der sozialen Sicherung sehr, sehr viel im Argen liegt.

Es klingt eigentlich gut: Knapp die Hälfte der Befragten arbeitet laut der Bundesvereinigung "ausschließlich auf Rechnung, weil es ihnen 'lieber ist'", die Filmverbände warnen jedoch zugleich vor möglichen Fehlkalkulationen und Folgen: "Der finanzielle Vorteil, durch Rechnungsstellung einen höheren Betrag verhandeln zu können, ist trügerisch. Die Vertragspartner teilen praktisch die 'eingesparten' Sozialbeiträge unter sich auf. Der Beschäftigte tauscht etwas Geld gegen den Verlust sozialer Sicherheit." - Laut der in 2014 aktualisierten Umfrage-Auswertung betrifft das inzwischen eine Mehrheit in der Film-Branche. Jene, die in der Regel als Selbstständige arbeiten (46,62 Prozent), und mindestens noch ein weiteres Sechstel, die mal auf Rechnung, mal auf Lohnsteuerkarte tätig sind.

Kombiniert mit einer weiteren Aussage ergibt sich, dass wohl 15 bis 20 Prozent aller Vertragsverhältnisse der Branche tatsächlich als 'Zwangs-Selbstständigkeit' zu werten sind, denn knapp ein Drittel der Befragten arbeitet nur deshalb auf Rechnung, weil dies der Auftraggeber fordert. - Kein Wunder also, dass gerade im Filmbereich, wo die Sozialgesetze und -kassen die Anstellung auf Produktionsdauer als Normalbeschäftigung ansehen, die Unsicherheit über den tatsächlichen Status besonders groß ist: Über 40 Prozent derjenigen, die (auch) auf Rechnung arbeiten, haben schon ein Statusfeststellungsverfahren der Rentenversicherung durchlaufen.

Stimmen die Angaben von 1.543 Befragten – laut Bundesvereinigung der Filmschaffenden sind sie "äußerst repräsentativ" - bringt (trotz aller Einsparungen auf Kosten der Sozialkassen) rund jeder sechste Vertrag am Ende immer noch Verluste. Wohl einer der Gründe, weshalb die Filmschaffenden-Verbände am Ende der "bisher signifikantesten Erfassung der Branche" eine düstere Bilanz ziehen, in der es unter anderem heißt, die Produktionsbedingungen würden dazu führen, dass "weit über die Hälfte der Kollegen versuchen, zumindest teilweise aus dem Netz der gesetzlichen Sozialversicherung auszusteigen". Als Konsequenz wird gefordert, dass "die Sozialgesetzgebung für die Einzelnen wieder eine Relevanz bekommt", damit diese bereit sind, ihren Anteil am Sozialsystem zu tragen. - Das aber steht und fällt wohl mit einer weiteren zentralen Forderung: Die derzeit stetig sinkenden Gagen und die Minutenpreise für Auftragsproduktionen müssen signifikant steigen.

(18.06.2014)

Verweise zu diesem Artikel:
Status-Bericht 2013 der Filmschaffenden [PDF, 90 MB (!)]
Ratgeber Selbstständige zum Status "Auf Produktionsdauer Beschäftigt"
FilmUnion - ver.di Beschäftigtenvertretung der Filmbranche

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