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Steuer-News (Archiv)

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Umsatzsteuer
E-Books sind künftig im Land des Kunden zu versteuern 

Wer grenzüberschreitend elektronische Dienstleistungen an Privatkunden in der EU erbringt, also ihnen z.B. per Download oder Stream E-Books, Musik, Filme, Computer- oder Fernsehprogramme liefert, Online-Spiele anbietet oder als Internet-Provider tätig wird, muss die fällige Umsatzsteuer künftig an das Land bezahlen, in dem der Kunde wohnt. Das haben Bundestag und Bundesrat in der letzten Woche beschlossen.


Eines der bei internationalen Konzernen beliebtesten Steuer-Schlupflöcher wird vom nächsten Jahr an geschlossen: Wer elektronische Dienstleistungen an Privatleute in der EU erbringt, hat künftig nicht mehr die freie Wahl, wie viel Umsatzsteuer er darauf entrichten will. Bisher war das möglich, indem man einfach seinen offiziellen Geschäftssitz in einem Land mit einem besonders niedrigen Umsatzsteuersatz nahm. Denn die Mehrwertsteuer fiel in dem Land an, in dem der Unternehmer seinen Sitz hatte.

Besonders beliebt war dabei Luxemburg mit einem Normalsteuersatz von 15, ermäßigten Sätzen von 6 bzw. 12 und einem "stark ermäßigten" Mehrwertsteuersatz zum Beispiel für E-Books von 3 (drei!) Prozent. Auch Spanien, Ungarn und Kroatien waren mit ihrem Steuersatz von vier bzw. fünf Prozent für E-Books beliebt. In Irland liegt die Mehrwertsteuer für bestimmte Warenlieferungen (z.B. Nahrungsmittel, Arzneimittel und Bücher) sogar bei Null!

Dass mit dieser Rosinenpickerei zumindest im Internet nun Schluss sein soll, ist aus Sicht des deutschen Fiskus also durchaus vernünftig. Für Selbstständige in Deutschland, die davon gar nicht profitieren können oder wollen, bedeutet es jedoch einen erheblichen Mehraufwand: Wer von Deutschland aus z.B. E-Books per Download an Privatleute in anderen Ländern der EU verkauft, muss diese Umsätze künftig dem jeweiligen Heimatland des Kunden melden und dort die dort fällige Mehrwertsteuer abführen. Diese Bestimmung wurde in letzter Sekunde noch in den "Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung des nationalen Steuerrechts an den Beitritt Kroatiens zur EU und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften" eingefügt, der am 10. und 11. Juli von Bundestag und Bundesrat verabschiedet wurde.

Diese Bestimmung gilt ab 1. Januar 2015. Damit das Ganze aber nicht zu aufwändig wird, soll, das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) bis dahin noch einen "Mini-One-Stop-Shop" (MOSS) einrichten, an den die Unternehmen künftig ihre Umsätze im EU-Ausland melden und ihre Steuern auch für die anderen EU-Länder insgesamt abführen können. Die Einzelheiten dieses MOSS stehen nicht im Gesetz und sind bisher auch noch nicht geregelt, allerdings soll es bereits ab 1.10.2014 möglich sein, sich für die Teilnahme an dieser Sonderregelung beim BZSt anzumelden. Genaueres hierzu steht in einer mediafon-Meldung vom 9.10.2014.

(15.07.2014)

Verweise zu diesem Artikel:
Das neue Gesetz in der verabschiedeten Fassung
Pressemitteilung des Bundesfinanzministeriums dazu
Übersicht der EU über Mehrwertsteuersätze in Europa
Der mediafon-Ratgeber zur Umsatzsteuer bei Umsätzen im Ausland (bisherige Rechtslage)

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