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Allgemeine News (Archiv)

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Gründungsstatistik
Deutsche Männer: Tote Hose bei Existenzgründungen 

Bei den Existenzgründungen des Jahres 2013 waren Gründer mit Migrationshintergrund deutlich überproportional vertreten, während Frauen ihren Anteil deutlich steigern konnten. Dass deutsche Männer zunehmend an Bedeutung für das Gründungsgeschehen verlieren, geht aus zwei Sonderauswertungen des "Gründungsmonitors 2014" hervor, die die Kreditanstalt für den Wiederaufbau (KfW) im August und September 2014 vorlegte.


Das Vorurteil, dass Ausländer uns die Arbeitsplätze wegnehmen, hat der "Gründungsmonitor 2014" der KfW gründlich widerlegt. Das Gegenteil ist richtig: Wer ausländischer Herkunft ist oder sogar noch eine ausländische Staatsangehörigkeit hat, macht sich in Deutschland häufiger selbstständig als Deutsche das tun. Und: Diese Leute gründen häufiger im Vollerwerb als der Durchschnitt, tun dies häufiger im Team und beschäftigen zu 42 Prozent eigene Mitarbeiter, während dieser Anteil im Durchschnitt aller Gründungen nur bei 29 Prozent liegt. Nur 55 Prozent – gegenüber 64 Prozent im Gesamtdurchschnitt – gründeten als "Soloselbstständige". Das geht aus der Auswertung "Existenzgründung durch Migranten: Gründungslust belebt das Geschehen" hervor, die die KfW am 22. August veröffentlichte.

Dabei waren die Gründer mit Migrationshintergrund im Jahre 2013 zu 48 Prozent erst 30 Jahre alt oder noch jünger, während dieser Anteil insgesamt nur bei 37 Prozent lag, und hatten zu 44 Prozent (noch) keinen Berufsabschluss – gegenüber 23 Prozent im Gesamtdurchschnitt. Dafür basierten knapp 60 Prozent ihrer Gründungen auf einer konkreten Geschäftsidee, womit Gründer mit Migrationshintergrund "häufiger Neuigkeiten aus den Markt" brachten als die deutschen, und nur "ein relativ geringes, schwach signifikantes zusätzliches Abbruchrisiko" hatten, das die KfW jedoch auf ihre "schwierigeren Voraussetzungen" zurückführt.

Allein der Frauenanteil liegt bei den "Migranten-Gründern" unter dem Durchschnitt: Im Jahre 2013 waren es 34 Prozent gegenüber 43 Prozent im Gesamtdurchschnitt. Der zweite große Trend des Gründungsgeschehen hat sich damit in diesem Bereich noch nicht niedergeschlagen: Insgesamt waren unter den Gründern im Jahre 2013 mehr Gründerinnen als jemals zuvor. Ihr Anteil stieg allein im letzten Jahr von 39 auf 43 Prozent.

Sie decken allerdings ein ganz anderes Spektrum ab als die Migranten: Von den Gründerinnen im Nebenerwerb waren schon knapp die Hälfte weiblich; von den Gründern im Vollerwerb dagegen nur 33 Prozent. Das mag damit zu tun haben, dass fast die Hälfte aller Gründerinnen mindestens ein Kind hatte, während von den Gründer-Männern nur exakt ein Drittel mit einem Kind im Haushalt lebte. Das wiederum führte dazu, dass 35 Prozent der Frauen, aber nur 26 Prozent der Männer sich für die Selbstständigkeit entschieden haben, weil ihnen alternative Beschäftigungsmöglichkeiten fehlten.

Während Migranten sich besonders häufig im Handel selbstständig machen (26%), stehen bei Frauen persönliche Dienstleistungen wie z.B. Physiotherapie, Lehrtätigkeit oder ein Friseursalon im Vordergrund (44%). Ihre männlichen Kollegen konzentrieren sich dagegen eher auf wirtschaftliche Dienstleistungen wie Softwareentwicklung, Steuer- und Rechtsberatung oder Vermarktung von Immobilien (38%).

Anders als noch vor Jahren brauchen Frauen allerdings nicht mehr länger als die Männer, um sich für eine selbstständige Tätigkeit zu entscheiden: Acht Monate sind es bei beiden von der ersten Idee bis zum Projektstart. Dafür brauchen sie nach wie vor weniger Gründungskapital (drei Viertel kamen mit bis zu 5.000 Euro aus, während von den Männern die Hälfte mehr als 5.000 Euro brauchte), arbeiten weniger (42 Stunden pro Woche im Vollerwerb, gegenüber 53 Stunden bei den Männern) und machen deutlich weniger Umsatz (im Schnitt 4.600 Euro pro Monat, gegenüber 18.000 bei den Männern) – und sind mit ihrer Gründung langfristig dennoch genauso häufig erfolgreich wie Männer.

(02.10.2014)

Verweise zu diesem Artikel:
Der komplette KfW-"Gründungsmonitor 2014"
Auswertung "Existenzgründungen durch Migranten: Gründungslust belebt das Geschehen&qu
Auswertung "Gründerinnen holen auf – Selbstständigkeit als Weg in die Erwerbstät

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