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Unsere Fundgrube
zu wissenswerten, aber nicht mehr brandaktuellen Meldungen.

Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Steuer-News (Archiv)

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'Sonstige elektronisch erbrachte Leistungen'
Jetzt für 'Mini-One-Stop-Shop' registrieren 

Ab 1. Januar fällt die Umsatzsteuer auf elektronisch an Privatleute in der EU erbrachte Leistungen immer in dem Land an, in dem der Kunde seinen Wohnsitz hat. Damit Unternehmen nun nicht in einem Dutzend verschiedener EU-Länder Umsatzsteuererklärungen abgeben müssen, wurde ein "Mini One Stop Shop" (M1SS) geschaffen, an den die Steuer für alle Länder erklärt und abgeführt werden kann. Wer den M1SS nutzen will, kann sich dafür nun registrieren (und
muss es bis zum 31.12.).


Das in der mediafon-Meldung vom 15.7.2014 näher beschriebene neue Verfahren, das auf der Mehrwertsteuerrichtlinie der EU basiert, wird zwar (hoffentlich) gerechter, aber auch komplizierter: Wer für sein E-Book private Käufer in zehn verschiedenen EU-Ländern findet, muss die Umsatzsteuer dafür künftig nach zehn verschiedenen Steuersätzen berechnen und an zehn verschiedene Finanzbehörden abführen.

Damit das nicht zu einer unzumutbaren Bürokratie führt, übernimmt das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) die Aufgabe, die Steuer von deutschen Unternehmen für alle EU-Länder zu erheben und an diese weiterzuleiten. Dieses Verfahren unter der Bezeichnung M1SS ist zwar immer noch nicht ganz fertig, aber immerhin bietet das BZSt seit dem 1. Oktober auf seiner Website die Möglichkeit an, sich dafür schon einmal zu registrieren.

Die Neuregelung betrifft auch Selbstständige, die
  • "sonstige" Leistungen
  • an private Kunden
  • im EU-Ausland
  • auf elektronischem Weg
erbringen. Dazu zählt zum Beispiel, wer Websites erstellt und hostet oder in einem eigenen E-Shop Software, Musik, Videos, E-Books oder Updates dazu zum Download anbietet, und mit diesem Angebot auf Interesse bei privaten Kunden außerhalb von Deutschland (aber innerhalb der EU) trifft.
  • Ist der Kunde ein Unternehmen, so muss er nach dem Reverse-Charge-Verfahren die Umsatzsteuer in seinem Land entrichten – in Deutschland dagegen ist die Leistung "nicht steuerbar".
  • Hat der private Kunde seinen Wohnsitz in einem Land außerhalb der EU, so ist die Leistung in Deutschland ebenfalls nicht steuerbar.
  • In bei den Fällen braucht die Verkäuferin also in Deutschland keine Umsatzsteuer zu entrichten; allerdings muss sie diese Umsätze in der Umsatzsteuervoranmeldung sowie in einer Zusammenfassenden Meldung dem deutschen Finanzamt melden.
  • Wird die Software nicht zum Download angeboten, sondern auf einem "physischen Datenträger" per Post verschickt, so handelt es sich nicht um eine auf elektronischem Weg erbrachte Leistung, sondern um eine Lieferung, für die noch einmal andere Regeln gelten.
Um diese Pflichten erfüllen zu können, muss man in Zukunft also jeden Besteller fragen, in welchem Land er seinen Wohnsitz hat und ob es sich um eine private Bestellung handelt. Bevor diese Fragen nicht beantwortet sind, darf der Download nicht freigegeben werden.

Wer einmal registriert ist, muss von da jedes Quartal eine Steuererklärung über die entsprechenden Umsätze abgeben, und zwar jeweils bis zum 20. Tag nach Quartalsende, und die gesamte Steuerschuld (für alle Länder zusammen) an das BZSt überweisen. Die Erklärung erfolgt über ein elektronisches Formular, das ab 1.4.2015 auf der Website des BZSt bereit stehen soll. Wer in einem Quartal keine entsprechenden Umsätze gemacht hat, muss trotzdem eine "Nullmeldung" abgeben.

(09.10.2014)

Verweise zu diesem Artikel:
Der Umsatzsteueranwendungserlass (Nr. 3a.12. definiert, für welche Leistungen genau diese Regel
Der mediafon-Ratgeber zur Umsatzsteuer bei Geschäften mit ausländischen Kunden (alte Recht

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