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Versicherungs-News (Archiv)

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Kinderkrankengeld
Verbesserungen für Arbeitnehmer – negativ für Selbstständige? 
Eine seit Jahresanfang geltende Verbesserung beim Kinderkrankengeld droht für gesetzlich krankenversicherte Selbstständige zum Bumerang zu werden. Die 'Reform' nimmt mindestens schon mal die große Barmer GEK zum Anlass, Verschlechterungen einzuführen: Sie zahlt seit Jahresbeginn erst ab der siebten Krankheitswoche des Kindes den Verdienstausfall der pflegenden Eltern, wenn diese keine Zusatzversicherung abgeschlossen haben.

Das Kinderkrankengeld erhalten grundsätzlich alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen. Immer dann, wenn sie nicht arbeiten können, weil sie ein krankes Kind (bis zum zwölften Lebensjahr) betreuen müssen. Pro Kind und Kalenderjahr besteht dann ein Anspruch auf Krankengeld für bis zu 10 ausgefallene Arbeitstage, bei Alleinerziehenden bis zu 20 Tagen, insgesamt für maximal 25 bzw. 50 Arbeitstage.

Bis zum Ende des letzen Jahres war das Kinderkrankengeld genauso hoch wie das Krankengeld der Eltern: 70 Prozent des versicherten Einkommens, aber nicht mehr als 90 Prozent des Nettoverdienstes. Seit Jahresbeginn gilt, dass für die notwendige Kinderbetreuung immer 90 Prozent des währenddessen ausgefallenen Nettoverdienstes gezahlt werden - maximal 96,25 Euro pro Tag.

Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist das eine Verbesserung. Eingeführt wurde sie – öffentlich weitgehend unbemerkt – mit dem "Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf". Für Selbstständige, die in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, müsste sich dabei nichts ändern, aber zumindest eine große Krankenkasse, die Barmer GEK, nutzt die "Reform" für Verschlechterungen: Sie zahlt seit Jahresbeginn Kinderkrankengeld erst ab dem Tag, an dem Anspruch auf das eigene Krankengeld besteht. Im Normalfall – wenn also kein Wahltarif eine frühere Zahlung sichert – erst ab der siebten Krankheitswoche (des Kindes!). - Grundlage dafür ist ein Urteil des Bundessozialgerichts von 1995: Kassen müssen demnach gesetzlich versicherten Selbstständigen erst ab dem Tag Kinderkrankengeld zahlen, an dem die Versicherten selbst Anspruch auf Krankengeld hätten.

Trotzdem zahlten und zahlen manche Kassen den selbstständigen Eltern freiwillig einen Einkommensausfall ab dem ersten Tag der Erkrankung ihrer Kinder – was durchaus ein Grund für einen Kassenwechsel sein könnte. So bleibt etwa die Techniker Krankenkasse bei ihrer positiven früheren Regelung. "Fragt doch mal bei eurer Krankenkasse nach, wie sie es mit dem Kinderkrankengeld handhabt", bittet Rüdiger Lühr, mediafon-Berater und Autor der Broschüre 'Wenn Selbstständige Kinder kriegen', "und mailt mir das Ergebnis an luehr@mediafon.net".

(01.03.2015)

Verweise zu diesem Artikel:
Sozialgesetzbuch V: Änderung § 45 SGB V vom 1.1.2015
mediafon-Ratgeber "Wenn Selbstständige Kinder kriegen"

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