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Rechts-News (Archiv)

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Bürokratie
Buchführungspflicht tritt erst später ein 

Die Umsatzgrenze, bei deren Überschreiten Selbstständige zur kaufmännischen Buchführung verpflichtet sind, wird mit Wirkung vom 1.1.2016 von 500.000 auf 600.000 Euro angehoben; die entsprechende Gewinnschwelle steigt von 50.000 auf 60.000 Euro. Das steht im "Bürokratieentlastungsgesetz", dem der Bundesrat am 10. Juli abschließend zustimmte.


Für kleinere Selbstständige sind die gesetzlichen Vorschriften des Handelsgesetzbuches und der Abgabenordnung zur Buchführung und Bilanzierung schon immer ein Ärgernis: Solange der Geschäftsumfang noch überschaubar ist, könnte man die Buchhaltung und die Jahressteuererklärung ja eigentlich selber machen – aber da das System der vorgeschriebenen "doppelten Buchführung" dem gesunden Menschenverstand so schwer zugänglich ist, dass niemand, der es nicht gelernt hat, es versteht, muss man damit eben doch einen Dienstleister beauftragen. Und der kostet meist mehr, als es der überschaubare Geschäftsumfang klaglos hergibt.

Dabei sind die Grenzen für den Übergang vom simplen Kassenbuch zur doppelten Buchführung sehr starr gezogen: Gewerbetreibende sind dazu verpflichtet, sobald sie bestimmte Umsatz- oder Gewinngrenzen überschreiten. Diese werden durch das "Gesetz zur Entlastung insbesondere der mittelständischen Wirtschaft von Bürokratie", das der Bundestag bereits am 3. Juli 2015 in dritter Lesung verabschiedet hatte und dem am 10. Juli nun auch der Bundesrat seine Zustimmung erteilte, aber immerhin leicht angehoben: Danach ist im Jahre 2016 nicht mehr buchführungspflichtig, wer in den Jahren 2014 und 2015 jeweils nicht mehr als 600.000 € Jahresumsatz (bisher: 500.000) und nicht mehr als 60.000 € Jahresgewinn (bisher: 50.000) gemacht hat.

Die Neuregelung tritt zum 1. Januar 2016 in Kraft, so dass sie einzelne Gewerbetreibende durchaus von einer bisher bestehenden Buchführungspflicht befreien kann: Wer mit seinem Umsatz regelmäßig über 500.00 €, aber unter 600.000 € liegt, war bislang zur Buchführung und zum Erstellen einer Bilanz verdammt, kommt künftig aber – solange Umsatz oder Gewinn nicht über die neuen Grenzen steigen – mit einem einfachen Kassenbuch (und am Jahresende mit einer Einnahmeüberschussrechnung) aus.

Und nur zur Sicherheit: Die Buchführungspflicht beim Überschreiten dieser Grenzen gilt nur für Gewerbetreibende. Angehörige der freien Berufe brauchen grundsätzlich keine Bücher zu führen – es sei denn, sie haben sich freiwillig ins Handelsregister eintragen lassen oder sich freiwillig für die Buchführung entschieden.

Ansonsten zielt das Bürokratieentlastungsgesetz vor allem auf die Milderung diverser branchenspezifischer Berichtspflichten; die seit Jahren angekündigte Verkürzung der Aufbewahrungsfristen für geschäftliche Unterlagen sucht man dagegen auch in diesem Gesetz vergebens. Auch die vom Bundesrat ursprünglich geforderte Anhebung der Grenze für Kleinbetragsrechnungen von 150 auf 300 Euro hat der Bundestag wieder unter den Tisch fallen lassen.

(10.07.2015)

Verweise zu diesem Artikel:
Der Beschluss des Bundesrates zum Bürokratieentlastungsgesetz
Der ursprüngliche Gesetzentwurf der Bundesregierung
Vom Bundestag beschlossene Änderung des Gesetzentwurfs
Der mediafon-Ratgeber zum Thema "Doppelte Buchführung und Bilanz"

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