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Steuer-News (Archiv)

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Finanzverwaltung
Einspruch gegen Steuerbescheid lohnt sich 

Wer mit seinem Steuerbescheid nicht einverstanden ist, sollte unbedingt Einspruch einlegen. Denn die Erfolgsquote solcher Einsprüche liegt seit Jahren bei rund zwei Dritteln – das heißt: Zwei von drei Einsprüchen "wird abgeholfen". Im letzten Jahr waren es sogar 67,8 Prozent. Das geht aus der "Statistik über die Einspruchsbearbeitung in den Finanzämter im Jahre 2014" hervor, die das Finanzministerium jetzt veröffentlicht hat.


Leider tut das Bundesfinanzministerium alles, um zu verhindern, dass man seiner Statistik entnehmen kann, wie hoch insgesamt der Anteil der fehlerhaften Steuerbescheide ist. In der Steuerberaterszene ist man sich jedoch einig, dass etwa jeder dritte Bescheid fehlerhaft ist.

Nach der amtlichen Statistik sind im Jahre 2014 insgesamt 3.467.424 Steuerbescheide per Einspruch angefochten worden. "Erledigt" wurden in dem Jahr sogar 4.233.922 Einsprüche, und von denen wurde 2.869.287 Einsprüchen (= 67,8 %) "abgeholfen", d.h. die angegriffene Festsetzung wurde korrigiert. Das Finanzministerium legt jedoch Wert auf die Feststellung, dass man daraus nicht schließen dürfe, dass die Bescheide, denen "abgeholfen" wurde, alle fehlerhaft waren.

Tatsächlich kann man Einspruch gegen einen Steuerbescheid ja nicht nur dann einlegen, wenn man glaubt, dass das Finanzamt darin Fehler gemacht hat, sondern häufig auch dann, wenn man selbst vergessen hat, bestimmte steuermindernde Tatsachen oder Zahlen in der Steuererklärung anzuführen. Wann und unter welchen Bedingungen eine solche nachträgliche Korrektur der eigenen Angaben möglich ist, steht detailliert im mediafon-Ratgeber.

Der Einspruch gegen einen Steuerbescheid muss beim ausstellenden Finanzamt schriftlich oder per E-Mail (eine elektronische Signatur ist dabei nicht nötig!) eingehen, und zwar spätestens einen Monat, nachdem man selbst den Steuerbescheid erhalten hat. Als Eingangsdatum gilt im Zweifelsfall der dritte Arbeitstag nach dem Poststempel des Bescheides. Hat die Zustellung durch die Post – etwa wegen eines Streiks der Postzusteller – länger gedauert, gilt das tatsächliche Zustelldatum, das im Streifall jedoch nachgewiesen werden muss, z.B. durch eine Zeugenaussage.

Für den Einspruch und seine Bearbeitung fallen grundsätzlich keine Gebühren an. Zwar besteht beim Einspruch gegen einen Steuerbescheid grundsätzlich auch die Gefahr, dass der korrigierte Steuerbescheid ungünstiger ausfällt als der ursprüngliche – falls das Finanzamt diese Absicht hat, muss es darauf jedoch rechtzeitig aufmerksam machen und der Einspruchsführerin die Chance geben, ihren Einspruch – ohne negative Folgen – zurückzuziehen.

(Update 20.8.2015: BFH-Urteil eingefügt, nach dem ein Einspruch per E-Mail auch ohne elektronische Signatur gültig ist.)

(31.07.2015)

Verweise zu diesem Artikel:
Die amtliche Statistik zu Einspruchsverfahren 2014
Ein etwas ausführlicherer Beitrag von akademie.de zum gleichen Thema
Der mediafon-Ratgeber zum Thema Einspruch gegen Steuerbescheide

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