Zurück zur StartseiteWer wir sind und wie wir beratenDer mediafon-RatgeberTermine & SeminareHonorare, Empfehlungen, Verträge und TarifeVolltext-SucheInterner Bereich





Unsere Fundgrube
zu wissenswerten, aber nicht mehr brandaktuellen Meldungen.

Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Versicherungs-News (Archiv)

Zurück zur Übersicht

Altersvorsorge für Selbstständige
Gesetzliche Rentenversicherung schlägt alle privaten 

Für Selbstständige, die heute 50 Jahre alt sind, ist eine freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung die lohnendste Form der Altersvorsorge. Das ergab eine Vergleichsrechnung des Online-Portals www.geldtipps.de, die am 6. August im Internet veröffentlicht wurde.


Vorurteile gegen die gesetzliche Rentenversicherung, reduzierte Garantieverzinsung bei privaten Lebensversicherungen, Negativ-Nachrichten zur Riester-Rente: Die Entscheidung für die richtige Form der Altersvorsorge ist für Selbstständige in den letzten Jahren zur Rechnung mit zu vielen (negativen) Unbekannten geworden. Die Redaktion des Newsletters von www.geldtipps.de, der im "Akademische Arbeitsgemeinschaft Verlag" erscheint, hat nun versucht, mit einer Musterrechnung die Entscheidung ein wenig leichter zu machen. Das Ergebnis dürfte zumindest notorische Besserwisser überraschen: Die höchste Rente erzielen heute 50-Jährige, wenn sie sich für eine freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung entscheiden.

Verglichen hat geldtipps.de fünf verschiedene Formen der Altersvorsorge: Neben der freiwilligen gesetzlichen Rentenversicherung eine Riester- und eine Rürup-Rente, eine Betriebsrente und eine "normale" private Rentenversicherung ohne weitere Vergünstigungen. Geldanlagen in Immobilien oder Wertpapiere blieben außer Betracht, da deren Ergebnis mit zu vielen Risiken behaftet und nicht seriös prognostizierbar ist. Verglichen wurden die Rentenzahlungen, die sich (voraussichtlich) ergeben, wenn ein Mann oder eine Frau von 50 Jahren mit 52.500 Euro Jahreseinkommen von heute an bis zum Erreichen des gesetzlichen Rentenalters – also 17 Jahre lang – jeden Monat 175 Euro in eine dieser Versicherungen einzahlen würde. Das Ergebnis:
  • In der gesetzlichen Rentenversicherung ergibt sich aus diesen Zahlungen eine Monatsrente von 159 Euro, so dass man die eingezahlten Beträge bereits in 19 Jahren Rentenzahlung vollständig zurück bekommen würde.
  • Für eine Rürup-Rente wählte geldtipps.de ein Angebot des "kostengünstigen" Direktversicherers Europa aus. Dort ergab sich eine garantierte Rente von 139 Euro im Monat, womit es 21,4 Jahre dauern würde, bis man die eingezahlten Beiträge wieder zurück bekommen hätte.
  • Bei der Riester-Rente, die von Europa nicht angeboten wird, wählte geldtipps.de den "kostengünstigen" Direktversicherer Cosmos Direkt. Dort ergab sich eine garantierte Monatsrente von 131 Euro, womit der Rückfluss aller eingezahlten Gelder 22,7 Jahre dauern würde.
  • Nicht besser wäre das Ergebnis einer Betriebsrente, die für Selbstständige ohnehin nur in speziellen Ausnahmefällen in Betracht kommt. Ohne Arbeitsgeberzuschuss zu den Beiträgen erreicht das Ergebnis der von geldtipps.de untersuchten Betriebsrente VBLextra (für den öffentlichen Dienst) gerade das Niveau der Riester-Rente von Cosmos Direkt.
Diese Werte allein sind freilich noch nicht aussagekräftig genug, da sie aus einer reinen Vor-Steuer-Betrachtung resultieren und neben dem Steueraspekt auch nicht die jährlichen Rentenerhöhungen dynamischer Renten berücksichtigen. Bezieht man diese Faktoren mit ein, so ergeben sich nach den geldtipps.de-Berechnungen Nettorenditen von
  • 2,2 Prozent für die Riester-Rente von Cosmos Direkt,
  • 2,5 Prozent für die Rürup-Rente von Europa,
  • 2,6 Prozent für die freiwillige gesetzliche Rentenversicherung.
Diese Werte gelten für Männer. Frauen können wegen ihrer statistisch höheren Lebenserwartung in den genannten Fällen mit durchschnittlichen Netto-Renditen von
  • 2,9 bis 3,3 Prozent rechnen.
Bei der normalen (dynamischen) privaten Rentenversicherung von Europa lag die Netto-Rendite bei 1,5 Prozent für Männer und 2,3 Prozent für Frauen; die garantierte Rente ergab hier sogar eine negative Rendite (-0,9 bzw. -0,1 Prozent).

Leider lassen sich diese Ergebnisse jedoch nicht für alle Selbstständigen in direkte Handlungsanweisungen umsetzen, denn eine freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung ist für Selbstständige nur möglich, wenn sie dort nicht schon pflichtversichert sind – zum Beispiel über die Künstlersozialversicherung, als Lehrkräfte oder als sogenannte "arbeitnehmerähnliche Selbstständige". Und die Ergebnisse im Vergleich Riester- gegen Rürup-Rente verschieben sich mit sinkendem Einkommen zugunsten der Riester-Rente.

Einen ähnlichen Vorteil der gesetzlichen Rentenversicherung (DRV) gegenüber dem Versorgungswerk der Rechtsanwälte errechnete die Legal Tribune Online (LTO) bei der Nachversicherung für Referendare.

(06.08.2015)

Verweise zu diesem Artikel:
Geldtipps-Artikel "Renten-Duell: Welche Rente sich für 50-Jährige noch rentiert"
Der mediafon-Ratgeber zu Rentenversicherung und Altersvorsorge
LTO-Artikel für Juristen nach der Referendarausbildung: "DRV besser als Versorgungswerk?

Auf Sozialen Netzwerken posten:
Zum Seitenanfang

Meldung versenden   |    Druckversion dieser Seite   |   Impressum