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Versicherungs-News (Archiv)

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Sozialabgaben
Krankenkassenbeiträge steigen erst mal moderat 

Der "durchschnittliche Zusatzbeitrag" der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland liegt im kommenden Jahr bei 1,1 Prozent; das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als im laufenden Jahr. Diese Festlegung hat das Bundessozialministerium am 30. Oktober im Bundesanzeiger veröffentlicht. Damit steigt der durchschnittliche Beitrag von Arbeitnehmern und KSK-Versicherten von 8,2 auf 8,4 Prozent, während der Arbeitgeberbeitrag bei 7,3 Prozent eingefroren ist. Freiwillig versicherte Selbstständige zahlen im Schnitt 15,1, mit Krankengeldanspruch 15,7 Prozent.


0,2 Prozentpunkte mehr – das klingt erst mal nicht viel. Berücksichtigen muss man für eine Beurteilung aber, dass diese Erhöhung von den Versicherten allein gezahlt werden muss, während Arbeitgeber und Künstlersozialkasse ungeschoren davon kommen. Zudem ist der "durchschnittliche Zusatzbeitrag" ein Wert, der mit der Realität wenig zu tun hat: Er wird nach § 242a SGB 5 jeweils im Vorjahr aus dem voraussichtlichen Finanzbedarf sämtlicher Krankenkassen in Deutschland und ihren voraussichtlichen Einnahmen ermittelt. Die Differenz, geteilt durch die Gesamtzahl aller Versicherten, ergibt den "durchschnittlichen Zusatzbeitrag nach § 242a".

Tatsächlich verlangten nach der amtlichen Übersicht des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zum Stichtag 13.11.2015 aber nur 46 der derzeit 123 gesetzlichen Krankenkassen den angeblich durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent, während 66 Kassen weniger – nämlich 0,0 bis 0,8 Prozent – und nur elf Kassen mehr verlangten, nämlich 1,1 bis 1,3 Prozent. Der echte, also der "rechnerische durchschnittliche Zusatzbeitrag" (den das Sozialgesetzbuch übrigens zusätzlich für die Fälle definiert, in denen der Bund ihn selber zu bezahlen hat) dürfte also deutlich unter dem amtlichen Durchschnittsbeitrag "nach § 242a" liegen. Letzterer hat offenbar mehr die Funktion eines Freibriefs für die Krankenkassen, im nächsten Jahr Erhöhungen in diesem Rahmen zu beschließen. Oder mehr.

Während der amtliche "durchschnittliche Zusatzbeitrag" bis Ende 2014 noch die Funktion hatte festzulegen, wer Anspruch auf einen Sozialausgleich wegen zu hoher Krankenkassenbeiträge hat, ist er heute nur noch ein Alibiwert: Jede Krankenkasse kann seit Anfang 2015 frei entscheiden, welchen Zusatzbeitrag sie wann von ihren Mitgliedern verlangt (bzw. welche Erstattungen sie ausschüttet). Erhöht eine Kasse den Zusatzbeitrag, so haben ihre Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht, auf das sie im Schreiben mit der Erhöhungsnachricht hingewiesen werden müssen. Liegt der neue Zusatzbeitrag über dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag, so muss die Kasse zusätzlich "ausdrücklich auf die Möglichkeit hinweisen, in eine günstigere Kasse zu wechseln".

(13.11.2015)

Verweise zu diesem Artikel:
Bekanntmachung des durchschnittlichen Zusatzbeitrages im Bundesanzeiger
Offizielle Übersicht des GKV-Spitzenverbandes über die Zusatzbeiträge aller Krankenka
Die gleiche Übersicht von krankenkassen.de (in der Regel etwas aktueller)
Der mediafon-Ratgeber zum Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung

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