Zurück zur StartseiteNewsWer wir sindDer mediafon-RatgeberTermine & SeminareHonorare, Empfehlungen, Verträge und TarifeVolltext-SucheInterner Bereich


  Übersicht  

  Allgemein  
  Recht  
  Versicherungen  
  Steuern  
  Archiv  
            
  Newsletter  


Unsere Fundgrube
zu wissenswerten, aber nicht mehr brandaktuellen Meldungen.

Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Steuer-News (Archiv)

Zurück zur Übersicht

Investitionsabzugsbetrag
Steuern Sparen mit Rücklagen wird leichter 
Künftig ist es leichter, den Investitionsabzugsbetrag einfach nur als Mittel zum Steuersparen einzusetzen – ohne dass man überhaupt eine Investition plant. Das erlaubt eine Änderung des Einkommensteuergesetzes durch das "Steueränderungsgesetz 2015", die zum 1.Januar in Kraft tritt.

Der Investitionsabzugsbetrag entstand im Jahre 2008 aus der alten "Ansparabschreibung", die eingeführt worden war, um kleinen Unternehmen die Möglichkeit zu geben, Geld für geplante Investitionen steuersparend "anzusparen": Die entsprechende Rücklage (die freilich nirgends wirklich vorhanden sein muss) kann schon im Jahr ihrer Bildung steuermindernd vom Betriebsgewinn abgezogen werden – und nicht erst im Jahr der tatsächlichen Investition. Dass man damit auch Steuern sparen kann, wenn man gar nicht vor hat, mit dem "zurückgelegten" Geld eine größere Anschaffung zu tätigen, wurde schnell klar – allerdings zicken einig Finanzämter bis heute herum, wenn man einen Investitionsabzugsbetrag "ohne konkrete Investitionsabsicht" bilden will.

Ab 2016 aber ist das offiziell erlaubt. Denn mit dem "Steueränderungsgesetz 2015" wurde aus dem alten § 7g EStG die Bedingung gestrichen, dass "der Steuerpflichtige das begünstigte Wirtschaftsgut in den beim Finanzamt einzureichenden Unterlagen seiner Funktion nach benennt und die Höhe der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten angibt". Nach dem neuen Gesetzestext reicht es künftig aus, dem Finanzamt auf den elektronischen Steuerformularen mitzuteilen, dass und wie viel Geld man steuermindernd für irgendwelche Anschaffungen zurücklegen will. Wer das tut (und die übrigen Bedingungen erfüllt), kann den "zurückgelegten" Betrag schon vom Betriebsgewinn des aktuellen Jahres abziehen – muss ihn dann allerdings in dem Jahr versteuern, in dem der Investitionsabzugsbetrag "aufgelöst", sprich die Anschaffung getätigt wird. Wer das Geld nicht spätestens nach drei Jahren für ein "Wirtschaftsgut" ausgibt, muss den Investitionsabzugsbetrag "rückgängig machen", d.h. für das Jahr der Steuerersparnis eine korrigierte Steuererklärung (ohne den Abzugsbetrag) machen und die Steuerdifferenz nachzahlen – und zwar mit Zinsen. Das kann sich freilich trotzdem lohnen, wenn es gelingt, auf diese Weise einen Teil des Gewinns aus einem guten Jahr in ein Jahr mit niedrigem Gewinn oder gar mit Verlust zu verschieben. Immerhin darf man auf diese Weise im Verlauf von drei Jahren insgesamt bis zu 200.000 € "zurücklegen".

Den steuerlich günstigsten Zeitpunkt dafür zu erwischen ist nun auch einfacher. Denn künftig kann man einen Investitionsabzugsbetrag auch "vorzeitig", d.h. vor Ablauf von drei Jahren "freiwillig rückgängig machen", wenn man weiß, dass man das Geld nicht wirklich ausgeben will, bzw. exakt dann, wenn sich die Auflösung (siehe oben) am besten rechnet.

(14.12.2015)

Verweise zu diesem Artikel:
Das Steueränderungsgesetz 2015 im Bundesgesetzblatt vom 5.11.2015 (Art. 3 Nr. 4)
Der mediafon-Ratgeber zu den Bedingungen des Investitionsabzugsbetrages

Auf Sozialen Netzwerken posten:
Zum Seitenanfang

Meldung versenden   |    Druckversion dieser Seite   |   Impressum