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Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Steuer-News (Archiv)

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Häusliches Arbeitszimmer
Arbeitsecke im Wohnzimmer bleibt Privatsache 


Wer als Selbstständiger zu Hause arbeitet, dafür aber keinen separaten Raum hat, bleibt auf den Kosten steuerlich weiterhin sitzen. Das geht aus einer Grundsatzentscheidung hervor, die der Bundesfinanzhof (BFH) am 27. Januar getroffen hat. Damit bleibt es dabei, dass die Kosten für eine "Arbeitsecke" in einem Wohnraum oder für einen Arbeitsraum, der auch privat genutzt wird, keine Betriebsausgaben darstellen.


Eine Grundsatzentscheidung des Großen Senats des Bundesfinanzhofs vom 21. September 2009, nach der die Kosten von beruflich und privat veranlassten Reisen unter bestimmten Umständen wenigstens zum Teil als Betriebsausgaben anerkannt werden können, hatte Hoffnungen geweckt, dass der BFH eine ähnliche Lockerung auch bei den Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer zulassen könnte. Dort galt bisher die eherne Regel, dass als Betriebsausgaben nur die Kosten für einen Raum anerkannt werden, der nahezu ausschließlich beruflich genutzt wird.

Und dabei bleibt es auch in Zukunft. Denn in seiner Grundsatzentscheidung vom 27. Januar hat der Große Senat festgestellt, dass § 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG, nach dem "Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer sowie die Kosten der Ausstattung . . . den Gewinn nicht mindern . . . dürfen", eine solche Ausnahme nicht zulässt. Begründet hat der Senat das im Wesentlichen damit, dass eine plausible und nachprüfbare Aufteilung der Kosten in einen privaten und einen beruflichen Anteil nicht möglich sei. Ein "Nutzungszeitenbuch" sei hier als Entscheidungsgrundlage zwar durchaus vorstellbar, hätte aber "keinen über eine bloße Behauptung des Steuerpflichtigen hinausgehenden Beweiswert". Auch für eine sachgerechte Aufteilung der Kosten per Schätzung gebe es keine Grundlage.

Es bleibt also bei der Rechtslage, wie sie im mediafon-Ratgeber dargestellt ist: Die Kosten für eine "Arbeitsecke" im Wohnzimmer sind keine Betriebsausgaben, und auch das Gästezimmer, das in Zeiten ohne Besuch als Arbeitszimmer dient, verursacht keine Betriebsausgaben, die das Finanzamt anerkennen müsste (BFH-Entscheidung GrS 1/14 vom 27.7.2015, veröffentlicht am 27.1.2016).

(28.01.2016)

Verweise zu diesem Artikel:
Pressemitteilung des BFH zur Grundsatzentscheidung
Der mediafon-Ratgeber zum häuslichen Arbeitszimmer in der Einkommensteuer

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