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Steuer-News (Archiv)

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Umsatzsteuer
Doch wieder Hoffnung für Trauerredner 

Freiberufliche Hochzeits- und Trauerrednerinnen können sich doch wieder Hoffnung machen, dass sie ihre Honorare mit dem ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent abrechnen können. In einem Urteil vom 3. Dezember 2015, das jetzt veröffentlicht wurde, hält der Bundesfinanzhof den ermäßigten Steuersatz dann für zulässig, wenn der Trauerredner als
"ausübender Künstler" tätig wird und eine "Theatervorführungen und Konzerten vergleichbare Darbietung" erbringt.


Die unendliche Geschichte geht wieder von vorne los: Schien der jahrelange Streit um den ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Trauerredner mit dem Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) vom 21.10.2009 (Aktenzeichen V R 8/08), das anschließend von diversen Oberfinanzdirektionen in eine bundesweit gültig Verfügung gegossen wurde, endgültig abgeschlossen (siehe mediafon-Meldung vom 20.4.2012), so hat der Bundesfinanzhof das Fass nun wieder aufgemacht: Mit einem Urteil vom 3. Dezember verwies es einen Streitfall zu diesem Thema an das Finanzgericht Nürnberg zurück, das den ermäßigten Steuersatz abgelehnt hatte, ohne zu prüfen, ob der betroffene Trauerredner eine künstlerische Tätigkeit ausgeübt habe.

Das Finanzgericht hatte den ermäßigten Steuersatz schon mit der Begründung abgelehnt, die Ermäßigung gelte nur für Kulturangebote, die sich "an die Allgemeinheit" richteten. Da dies bei Hochzeiten und Beerdigungen aber nicht der Fall sei, komme eine Ermäßigung nicht in Frage. Dieses Argument hielt der BFH jedoch für völlig daneben, denn ein Ausschluss von Privatveranstaltungen ließe sich weder dem Gesetz noch der Europäischen Mehrwertsteuerrichtlinie entnehmen. Schließlich gelte auch für Auftritte von Künstlern auf Betriebsveranstaltungen oder auf Trauerfeiern für bekannte Persönlichkeiten der ermäßigte Steuersatz.

Im vorliegenden Fall, so der BFH, komme es allein darauf an, ob die Tätigkeit des Redners "als Tätigkeit eines 'ausübenden Künstlers' anzusehen" sei. Das muss das Finanzgericht Nürnberg nun noch einmal prüfen. Für den Alltag von freiberuflichen Trauerrednerinnen bedeutet dieses Urteil freilich keine Erleichterung, da es keine allgemein anwendbare Entscheidung trifft: Es kommt halt – in Zukunft wieder – immer auf den Einzelfall an (Urteil des BFH vom 3.12.2015, Aktenzeichen V R 61/14).

Für eine künstlerische Tätigkeit, so der BFH, bedürfe es einer "eigenschöpferischen Leistung des Künstlers". Dagegen "würde daher bei einer Redetätigkeit sprechen, wenn sie sich im Wesentlichen auf eine schablonenartige Wiederholung anhand eines Redegerüstes beschränkt". (Urteil des BFH vom 3.12.2015, Aktenzeichen V R 61/14).

(22.02.2016)

Verweise zu diesem Artikel:
Das Urteil im Volltext
Der mediafon-Ratgeber zum ermäßigten Steuersatz

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