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Steuer-News (Archiv)

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Negative Gewinnprognose allein rechtfertigt keine Beurteilung als Liebhaberei 
Entscheidend für die Frage ob eine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt und damit auch Verluste steuerlich geltend gemacht werden können, ist nicht allein die Gewinnprognose. Das Finanzamt muss bei seiner Einschätzung die gesamten Umstände und das Verhalten des Klägers betrachten, urteilte das Finanzgericht Baden-Württemberg am 16. Februar 2016 (Az: 6 K 3472/14).

Während Anlaufzeit einer selbstständigen Tätigkeit - in diesem Fall einer schriftstellerischen - ist es nicht ungewöhnlich Verluste zu machen. Gerne behaupten Finanzämter, es sei gar nicht geplant gewesen, Gewinne zu machen, wenn das Unternehmen auch langfristig finanziell auf keinen grüneh Zweig kommt. Mit der Folge, dass die Betriebsausgaben der letzten Jahre nicht anerkannt werden und nicht mehr steuermindernd wirken sollen. Dass es dabei nicht reicht, sich die finanzielle Bilanz eines Projekts oder Unternehmens anzuschauen, hat jetzt das Finanzgericht Baden-Württemberg erneut festgestellt.

Der Kläger im aktuellen Verfahren hatte ein Rentner in seiner Steuererklärung für das Jahr 2012 auch die Kosten für die Veröffentlichung eines Buches als Betriebsausgaben geltend gemacht. Er berichtete in dem Buch über seine Wanderungen und fügte den Berichten Karten und Höhenprofile hinzu. Zudem erstellte er eine CD mit den Inhalten des Buches und ergänzenden Informationen. Über das gesamte Projekt schloss er mit einem Verlag einen Vertrag zum Vertrieb des Buches und legte einen Gewinnerzielungsplan vor. Der allerdings ging nicht auf: Der Verkauf von rund 800 Büchern innerhalb von drei Jahren reichte für einen Gewinn nicht aus. Die negative Bilanz nahm das Finanzamt zum Anlass, zu behaupten, die schriftstellerische Tätigkeit wäre ohne Gewinnerzielungsabsicht ausgeübt worden. Dagegen wehrte sich Autor und konnte das Finanzgericht Baden-Württemberg überzeugen. Entscheidend für die Annahme einer Gewinnerzielungsabsicht sei nicht allein die nachträglich festgestellte Gewinnsituation, sondern auch das Verhalten des Klägers: Dieser habe sein Buch erst veröffentlicht, nachdem die Lektorenkonferenz des Verlags sein Manuskript positiv beurteilt, eine Veröffentlichung angeboten und einen Gewinnerzielungsplan vorgelegt habe.

(27.06.2016)

Verweise zu diesem Artikel:
PM Finanzgericht BaWü
Ratgeber Selbstständige zur 'Liebhaberei'

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