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Unsere Fundgrube
zu wissenswerten, aber nicht mehr brandaktuellen Meldungen.

Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Allgemeine News (Archiv)

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Bürokratie
Merkposten zum Jahreswechsel 2016/17 
Zum Jahreswechsel treten einige Gesetzesänderungen in Kraft – und in einigen Fällen kann sich auch der steuerrechtliche Status von Selbstständigen auf Grund der Betriebsergebnisse des vergangenen Jahres ändern. Wer nicht unnötige Nachteile erleiden will, sollte zur Jahreswende also einige Punkte bedenken oder überprüfen. mediafon nennt die wichtigsten für Solo-Selbstständige:

  • Umsatzsteuer

    • Kleinunternehmerstatus entfällt: Wer bisher als Kleinunternehmer von der Umsatzsteuerpflicht befreit ist, jedoch im Jahre 2016 mehr als 17.500 Euro Umsatz (ohne Mehrwertsteuer) gemacht hat, wird ab 1.1.2017 umsatzsteuerpflichtig. Das heißt: Er oder sie muss von da an Umsatzsteuer auf alle Rechnungen aufschlagen – und sie später an das Finanzamt abführen. Achtung: Hierfür gibt es keine Aufforderung durch das Finanzamt – die Umsatzsteuerpflicht muss man selbst feststellen und erfüllen! Mehr dazu unter
      www.mediafon.net/ratgeber_haupttext.php3?id=40e05988bc7a2.
      Und wer merkt, dass ihn das betrifft, sollte auch gleich einen Antrag auf Dauerfristverlängerung stellen:
      www.mediafon.net/ratgeber_detailtext.php3?id=55e1d08b7498b.

    • Umsatzsteuerbefreiung winkt: Umgekehrt ist ab 1.1.2017 automatisch von der Umsatzsteuerpflicht befreit, wer im Jahre 2016 nicht mehr als 17.500 Euro Umsatz (inklusive Mehrwertsteuer!) gemacht hat. Wer bisher umsatzsteuerpflichtig war und nicht innerhalb der letzten fünf Jahre auf die Umsatzsteuerbefreiung für Kleinunternehmer verzichtet hat, braucht dann ab 1.1.2017 keine Umsatzsteuer mehr zu erheben und abzuführen (und auch keine Umsatzsteuervoranmeldung mehr zu machen). Er oder sie kann aber auch auf die Umsatzsteuerbefreiung verzichten, was in vielen Fällen günstiger ist (siehe nächster Spiegelstrich). Mehr dazu steht auf
      www.mediafon.net/ratgeber_haupttext.php3?id=4a46286b2ba10.

    • Freiwilliger Umsatzsteuerwechsel: Wer mit seinem Umsatz die 17.500-€-Grenze noch nicht geknackt hat, künftig aber trotzdem vom Vorsteuerabzug profitieren kann und möchte, muss dem Finanzamt (formlos) erklären, dass er ab 1.1.2017 nach § 19 Abs. 2 UStG auf die Umsatzsteuerbefreiung für Kleinunternehmer verzichtet. Dann allerdings gleich für fünf Jahre. Dieser Wechsel der Besteuerung ist jeweils nur zum 1. Januar möglich – er kann allerdings auch noch später (rückwirkend) erklärt werden. Genaueres steht auf
      www.mediafon.net/ratgeber_einfuehrungstext.php3?id=40e02eba6dd79 und in den unter den beiden letzten Spiegelstrichen verlinkten Kapiteln.

    • Pauschale Vorsteuerermittlung: Wer bisher seine Vorsteuer pauschal ermittelt, im Jahre 2016 aber mehr als 61.356 Euro Umsatz (ohne Mehrwertsteuer!) gemacht hat, darf den pauschalen Vorsteuerabzug künftig nicht mehr anwenden und muss die Vorsteuer aus jedem einzelnen Beleg heraus rechnen. Wer weniger umgesetzt hat, braucht die Entscheidung, ob er dieses meist günstigere Verfahren noch für 2017 nutzen will, erst im Jahre 2018 zu treffen, nämlich bei Abgabe der Umsatzsteuererklärung für 2017 – es sei denn, das Finanzamt fordert vorher zur Normalabrechnung auf. Ausführlicher steht das auf
      www.mediafon.net/ratgeber_haupttext.php3?id=40e05bcea878e.
  • Weitere Steuerfragen

    • Buchführungspflicht: Die Grenzen für die Buchführungspflicht wurden zum 1.1.2016 angehoben. Daher gilt: Wer den Gewinn aus gewerblichen Einkünften bislang per Einnahmeüberschussrechnung ermittelt, im Jahre 2016 jedoch mehr als 60.000 Euro Gewinn oder 600.000 Euro Umsatz gemacht hat, ist ab 2017 zur kaufmännischen Buchführung verpflichtet. Freiberufler sind auch oberhalb dieser Grenze nicht buchführungspflichtig. Anders als bei der Kleinunternehmerregelung braucht man hier aber nicht selbst aktiv zu werden: Erst wenn einen das Finanzamt auf das Vorliegen der Buchführungspflicht hinweist, muss man ab Beginn des dann folgenden Jahres zur doppelten Buchführung übergehen – siehe auch
      www.mediafon.net/ratgeber_haupttext.php3?id=40e18e1085d9d.

    • Fahrtenbuch führen: Wer einen Dienstwagen zu weniger als 50 Prozent privat nutzt, hat zur Ermittlung des privaten Nutzungsanteils die Wahl zwischen der Ein-Prozent-Regel und dem Fahrtenbuch. Wer jetzt auf die oft günstigere Fahrtenbuch-Aufzeichnung umsteigen will, muss damit am 1.1.2017 anfangen: Ein Wechsel der Berechnungsmethode ist immer nur zum Jahreswechsel erlaubt. Weitere Komplikationen stehen auf
      www.mediafon.net/ratgeber_detailtext.php3?id=54b7e3eb82645.

    • Degressive Abschreibung: Die Regeln für die "Abschreibung" (Absetzung für Abnutzung – AfA) wurden früher fast jährlich geändert. Nun sind sie bereits zum vierten Jahreswechsel hinter einander nicht geändert worden. Das heißt: Die degressive Abschreibung ist weiterhin für neu angeschaffte Wirtschaftsgüter nicht erlaubt, kann aber für Anschaffungen, die bereits in den Jahren 2009 und 2010 getätigt wurden, fortgesetzt werden. Alle aktuellen Abschreibungsregeln stehen auf
      www.mediafon.net/ratgeber_haupttext.php3?id=40e57c29e7276 und folgende Kapitel.
  • Soziale Sicherung und Vorsorge

    • Neue Rechengrößen zur Sozialversicherung: Bis auf eine leicht Erhöhung der Pflegeversicherung um 0,2 Prozent bleiben alle Beitragssätze der gesetzlichen Sozialversicherung unverändert, da noch keine Krankenkasse Beitragserhöhungen angekündigt hat. Trotzdem ergeben sich für die meisten Versicherten im neuen Jahr leichte Mehrbelastung, da die "Rechengrößen", also z.B. die Beitragsbemessungsgrenzen, wieder angehoben werden. Eine Meldung zu den neuen Rechengrößen für 2017 steht hier:
      https://www.mediafon.net/meldung_volltext.php3?id=584045ece4f49&akt=news_versicherungen.

    • VG-Wort-Zuschuss zur Altersvorsorge beantragen: Hauptberufliche Autorinnen und Autoren, die Wahrnehmungsberechtigte der Verwertungsgesellschaft Wort sind und Geld in eine private Altersvorsorge eingezahlt haben, können vom Autorenversorgungswerk einmalig einen Zuschuss von bis zu 7.500 € erhalten. Der entsprechende Antrag kann ab dem Jahr gestellt werden, in dem das 50. Lebensjahr erreicht wird; spätestens aber muss der Antrag bis zum Ende des Jahres vorliegen, in dem das gesetzliche Rentenalter erreicht wurde. Wer den Zuschuss noch nicht beantragt und im Jahre 2016 das Rentenalter erreicht hat, muss den Antrag noch vor Jahresende stellen – sonst verfällt der Anspruch. Die genauen Bedingungen stehen im mediafon-Ratgeber unter
      www.mediafon.net/ratgeber_detailtext.php3?id=40e5976c99d7b.
  • Weitere Termine

    • Verjährung offener Rechnungen: Wer noch offene Rechnungen oder andere unbeglichene Forderungen aus dem Jahre 2013 hat, muss noch im alten Jahr ein Mahnverfahren einleiten, Klage einreichen oder eine die Verjährung hemmende Vereinbarung mit dem Schuldner treffen. Sonst verfallen die Forderungen an Silvester. Mehr dazu unter
      www.mediafon.net/meldung_volltext.php3?id=437dc8945cbcd&akt=news_allgemein

    • Alte Belege wegschmeißen: Anfang des Jahres 2017 können alle Buchhaltungsunterlagen und -belege aus dem Jahr 2006 (und älter) weggeschmissen werden. "Sonstige für die Besteuerung bedeutsame Unterlagen" wie Korrespondenz und Ähnliches brauchen nur sechs Jahre lang aufbewahrt zu werden – weggeschmissen werden kann davon also alles, was ein Datum von oder vor 2010 trägt. Details dazu unter:
      www.mediafon.net/ratgeber_detailtext.php3?id=40e97a26b7f95.

    • Höheres Elterngeld sichern: Ehepaare, die in nächster Zeit ein Kind bekommen (wollen) und von denen mindestens ein Teil abhängig beschäftigt ist, sollten prüfen, ob es sich lohnt, ihre Lohnsteuerklassen umschreiben zu lassen, um ein höheres Elterngeld zu erhalten. Wann das sinnvoll ist und wie das geht, steht in unserer Broschüre 'Wenn Selbstständige Kinder kriegen' und die Details zu dieser Publikation unter
      www.mediafon.net/ratgeber_haupttext.php3?id=4fa7e1b3ad819.



(02.12.2016)

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