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Statusfragen
Selbstständig oder Arbeitnehmer?
Status Arbeitnehmer
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Haupt- und Nebenberuf
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Anhang

Statusfragen

An den Anfang der Selbstständigkeit haben die Juristen eine Raterunde gesetzt: Wer bin ich? Bin ich überhaupt der, für den ich mich halte? Denn nicht jede, die sich selbstständig fühlt, ist es wirklich. Da sind (häufig zu Recht) unsere komplizierten Gesetze vor.

Am deutlichsten machte es die Diskussion um Scheinselbstständigkeit, dass das Selbstgefühl und der allgemeine Sprachgebrauch etwas ganz anderes sein können als die gesetzliche Definition von Selbstständigkeit. Zumal es die gesetzliche Definition gar nicht gibt: Arbeitsgerichte, Finanzämter und Sozialversicherungen haben da jeweils ihre eigenen Kriterien. Wer da nicht zwischen die Räder geraten und unnötige Nachteile in Kauf nehmen will, kommt nicht umhin, zu Beginn der selbstständigen Tätigkeit erst mal seinen eigenen Status zu hinterfragen:

Wer bin ich? Grundinformationen zur Statusbestimmung

Gesetzlich ist die Arbeitswelt zunächst einmal in zwei Bereiche aufgeteilt, in Unternehmer und Arbeitnehmer: Arbeitnehmer arbeiten "auf Lohnsteuerkarte" und bekommen Steuer und Sozialversicherung vom Lohn abgezogen; Unternehmer arbeiten "auf Rechnung" und müssen sich um Steuern und Versicherungen selbst kümmern. Zu den Unternehmern zählen grundsätzlich auch alle Selbstständigen, ob sie sich nun "Honorarkräfte", "Freelancer" oder "Freie" nennen. Aber Vorsicht: Manche von ihnen sind nur scheinbar selbstständig, mancher "freie Mitarbeiter" ist vom Arbeitsgericht schon als ganz normaler Arbeitnehmer eingestuft worden. Schauspielerinnen und Musiker etwa müssen fast immer, "Freie" bei Rundfunk und Film sehr häufig als Arbeitnehmer beschäftigt werden – auch wenn sie sich als Selbstständige verstehen.

Die Selbstständigen teilen sich rechtlich wiederum in zwei Gruppen, in Freiberufler und Gewerbetreibende. Typisch für Gewerbetreibende sind Handelsgeschäfte und Kapitaleinsatz wie bei Handwerkern, Ladenbesitzerinnen, Fabriken oder Banken; bei Freiberuflern stehen die eigene Arbeit und hochwertige Dienstleistungen im Vordergrund. Gewerbetreibende müssen im Gegensatz zu Freiberuflern ein Gewerbe anmelden, Gewerbesteuer zahlen und sind bei Buchführung und Steuererklärung strengeren Regeln unterworfen.

Zu den freien Berufen gehören zum Beispiel Ärztinnen, Rechtsanwälte, Architekten, selbstständige Lehrkräfte und alle freien Künstler und Publizistinnen. Letztere bekommen ihre Sozialversicherung besonders günstig über die Künstlersozialversicherung. Volkshochschuldozentinnen, die zwar freiberuflich, aber nicht künstlerisch tätig sind, müssen sich dagegen wie alle übrigen Selbstständigen teuer auf eigene Kosten versichern.

Wer nebenberuflich selbstständig arbeiten will, kann das tun, und zwar ohne Beschränkung. Das hier erzielte Einkommen kann allerdings erhebliche Auswirkungen haben: Es muss nicht nur versteuert werden, sondern kann auch dazu führen, dass das BAFöG, das Kindergeld, die kostenlose Familienversicherung, die Rente oder das Arbeitslosengeld gekürzt werden oder komplett wegfallen.

Diese vier Abgrenzungen

sind nötig, wenn man in der selbstständigen Arbeit böse Überraschungen vermeiden will. Sie werden in den vertiefenden Kapiteln so systematisch abgearbeitet, wie es denn möglich ist. Über eines sollte sich dabei jeder im Klaren sein: Die Handhabung dieser Definitionen muss man sich aneignen wie die Bedienungsanleitung für einen elektronischen Radiowecker – auswendig lernen oder immer wieder nachlesen. Wer sie allein mit Logik oder gar mit dem gesunden Menschenverstand zu verstehen versucht, kann nur scheitern.



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